Vom Umgang mit Konflikten Ausbildung zum Mediator in Osnabrück beginnt

Von Jann Weber

Kommunikation nach Art von Wolf und Giraffe: Die Dozenten Cornelia Timm und Kurt Südmersen bilden künftige Mediatoren aus. Sie arbeiten selbst in dem Beruf.Foto: Jörn MartensKommunikation nach Art von Wolf und Giraffe: Die Dozenten Cornelia Timm und Kurt Südmersen bilden künftige Mediatoren aus. Sie arbeiten selbst in dem Beruf.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Vermittlung in Konflikten: Eine weitere Ausbildung in Mediation bieten das Bildungswerk Verdi und die Evangelische Erwachsenenbildung an – auf der Grundlage der gewaltfreien Kommunikation des Mediators Marshall B. Rosenberg.

Eines von vielen Beispielen für misslungene Kommunikation fasst Dozent Kurt Südmersen so zusammen: „Ich sage meinem Gesprächspartner nicht, was ich will, sondern was falsch mit ihm ist.“ Und schon ist ein Konflikt da, dem die nächste Eskalationsstufe bevorsteht – bis vielleicht ein Mediator dabei hilft, dass die Streitenden lernen, einander zu verstehen.

Zur Ausbildung gehört es, sich selbst besser kennenzulernen, wie Dozentin Cornelia Timm erläutert: „Es ist nicht wie in der Schule, und es geht nicht alleine darum, eine Methode zu lernen.“ Sie spricht sogar vom „Verlernen“ – und meint damit, „aufzuhören, andere und sich selbst zu beurteilen“. Auch die Entdeckung prägender Sätze aus der eigenen Kindheit gehören zur Ausbildung.

Inspiriert von Marshall B. Rosenberg, nehmen die Dozenten gelegentlich Handpuppen mit in die Ausbildung: Der Wolf steht für eine Sprache der Herrschaft mit Schuldzuweisungen, die Giraffe für den Überblick und das Herzliche.

Der Weg in der Mediationsausbildung führt, wie Kurt Südmersen es sagt, „weg von der Beurteilung hin zu Beobachtung“. Angehende Mediatoren lernen, wie Kommunikation ohne Verletzungen gelingt und gleichzeitig die Gefühle und Bedürfnisse zur Sprache kommen.

Wer kann Mediator werden? Cornelia Timm und Kurt Südmersen, die selbst als Mediatoren arbeiten, legen Wert darauf, dass diese Tätigkeit für alle offen ist. Bei ihnen haben Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen gelernt – vom Admiral bis zur Richterin und von der Sozialarbeiterin bis zum Unternehmensberater.

Ihre Ausbildung zum Mediator erfüllt die Standards des Bundesverbandes Mediation. Sie beginnt im Mai 2015, erstreckt sich über 200 Stunden (sieben Wochenenden und zwei Bildungsurlaubswochen) und endet im März 2016. Ende November stellen Cornelia Timm und Kurt Südmersen sich und ihre Arbeit vor.

Den Schnupperabend für die Mediationsausbildung des Bildungswerks Verdi und der Evangelischen Erwachsenenbildung bieten die Dozenten am Mittwoch, 26. November, um 17 Uhr in der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (Anna-Gastvogel-Straße 1 in Osnabrück) an. Anmeldung unter Telefon 0541/357404100.