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Auto zerkratzt Westumgehung: Noch kein Frieden am Westerberg

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Osnabrück. Der emotionale Streit um die Westumgehung wirkt noch nach. Das meint zumindest Straßen-Befürworter Johannes Lohmöller, der sich einem Hup-Terror ausgesetzt fühlt und dessen Auto zerkratzt wurde.

Johannes Lohmöller wohnt mit seiner Familie an der stark belasteten Gluckstraße. Seine Hoffnung auf etwas mehr Ruhe zerschlugen sich durch die Bürgerbefragung im Mai, als eine knappe Mehrheit der Wähler Nein zum Bau einer Straße sagte , die die Gegner als Westumgehung, die Befürworter als Entlastungsstraße betitelten. Im aufgeheizten Wahlkampf kam es so oft zu verbalen Entgleisungen und sogar zu Sachbeschädigungen, dass sich der Oberbürgermeister zu einem Ordnungsruf genötigt sah.

Tiefe Linien auf der Haube

Die Wunden, die die Auseinandersetzungen schlugen, sind noch nicht verheilt. Als Johannes Lohmöller in diesen Tagen sein Auto benutzen wollte, fand er es rundherum zerkratzt vor. Ungekannte Täter hatten mit einem spitzen Gegenstand die Motorhaube und die Karosserie mit einer tiefen Linie überzogen. „Es standen auch andere Autos an der Straße, aber nur meines wurde beschädigt“, sagt Lohmöller. Der Schaden am 19 Jahre alten Volvo 945 Turbo ist erheblich. Reparieren lohnt sich nicht mehr, Lohmüller spricht von einem „wirtschaftlichen Totalschaden“. Die Polizei ist eingeschaltet, hat aber bislang keine Erkenntnisse über etwaige Täter und die Tatumstände.

Verkehrsdilemma am Westerberg

Lohmöller ist enttäuscht, dass keine Lösung für das Verkehrsdilemma am Westerberg in Sicht ist. „Das Leben an der Gluckstraße bietet kaum noch Qualität, seitdem klar ist, dass das gegebene Versprechen der Entlastungsstraße gebrochen wurde und auch immer mehr klar wird, dass die Stadt keinen Plan B hat und auch die von den Grünen und der FDP versprochene Sperrung für den Durchgangsverkehr wohl nicht stattfindet“, schreibt er in einem Brief an die Redaktion. Frustriert nimmt er zur Kenntnis, dass die Stadt in Zusammenhang mit der Erschließung des Wissenschaftsparkes weitere Verkehrsuntersuchungen auf den Weg bringen will, was die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes Westerberg weiter verzögern würde. Lohmöller warnt, dass die zunehmend schwierigere Verkehrssituation auf der „heimlichen Westumgehung“ eines Tages Opfer fordern könnte.

Hupkonzerte

Der Stau-Frust der Autofahrer äußert sich nach Lohmöllers Darstellung auch in Hupkonzerten. Über 80 Hupsignale binnen eines Tages habe sein Sohn registriert. Auch nachts rollten manchmal Autos und Motorräder „dauerhupend“ durch die Gluckstraße.

Daniel Bugiel, der im Frühjahr neben Lohmöller an vorderster Front für den Bau der Entlastungsstraße kämpfte, kann nicht glauben, dass das alles Zufälle sind. Denn da ist da noch die Sache mit der Homepage des Aktionsbündnisses Verkehrsentlastung Innenstadt Osnabrück (Avio). Unbekannte waren in die Website eingedrungen hatten und den Internetauftritt für zwei Wochen lahmgelegt. Die Hacker-Attacke sei nachweisbar, so Avio-Mitglied Steffen Grüner


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