Streik wird vorläufig ausgesetzt Ameos bietet Verhandlungen für Osnabrücker Klinik

Der inzwischen sieben Wochen andauernde Streik soll am kommenden Montag vorläufig ausgesetzt werden. Am Dienstag soll verhandelt werden.  Foto: Klaus LindemannDer inzwischen sieben Wochen andauernde Streik soll am kommenden Montag vorläufig ausgesetzt werden. Am Dienstag soll verhandelt werden. Foto: Klaus Lindemann

pm/S. Osnabrück. Nach sieben Wochen Streik der Beschäftigten des Klinikums in Osnabrück und drei Wochen Streik im Klinikum in Hildesheim lenkt der Schweizer Ameos Konzern nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ein. Für kommenden Dienstag, 18. November seien Tarifverhandlungen angeboten worden. Ab Montag werde der Streik vorläufig ausgesetzt.

Der viertgrößte private Anbieter auf dem deutschen Krankenhausmarkt hatte 2007 zwei der zehn ehemaligen Landeskrankenhäuser in Niedersachsen übernommen, nachdem die damalige CDU-Landesregierung acht ihrer psychiatrischen Einrichtungen privatisiert hatte. Der damals vereinbarte Tarifvertrag mit dynamischer Anbindung an das geltende Tarifrecht des Öffentlichen Dienstes wurde Ende September 2013 von Ameos gekündigt. „Seit Januar 2014 stehen Gehaltssteigerungen aus“, schreibt Verdi.

Zudem umgehe der Schweizer Ameos-Konzern durch den Einsatz von Leiharbeitnehmern im großen Stil das bestehende Tarifniveau. Inzwischen seien 20 Prozent der Mitarbeiter als Leiharbeiter beschäftigt. Sie verdienten für die gleiche Arbeit deutlich weniger. „Wir begrüßen, dass Ameos endlich an den Verhandlungstisch kommt und erwarten jetzt konstruktive Vorschläge zur Beilegung des Tarifkonfliktes“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Joachim Lüddecke am Donnerstag in Hannover.

Ameos begründet das Gesprächsangebot damit, dass seine Forderungen für die Teilnahme von Verdi an den Verhandlungen erfüllt worden seien. Die Gewerkschaft habe einem Wechsel in der Verhandlungsführung zugestimmt, „was noch vor Monaten vehement abgelehnt worden war“, heißt es in einer Stellungnahme: „Auch wurden Facebook-Einträge gelöscht, die persönliche Verunglimpfungen enthielten.“

Hohe Erwartungen

Nach wochenlangem Arbeitskampf seien die Erwartungen der Beschäftigten sehr hoch, prognostiziert Lüddecke. „Wir werden bis zum Wochenende die Zeit nutzen, um die neue Lage in den streikenden Belegschaften zu diskutieren. Ab Montag wird der Streik vorläufig ausgesetzt, denn es besteht gewerkschaftsseitig nicht die Absicht, den Verhandlungsauftakt nächste Woche in Hildesheim dadurch zu belasten.“

Eine schnelle Einigung wird nicht erwartet. Die Streiklokale in den Großzelten vor den Kliniken bleiben stehen. „Die Kolleginnen und Kollegen halten natürlich weiter Streikwache“, so Lüddecke.

Di e Osnabrücker Beschäftigten hatten zuletzt vor einer Woche mit eine Aktion in der Osnabrücker Innenstadt auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Einen Tag später demonstrierten Auszubildende für einen neuen Tarifvertrag. Dabei beklebten sie zum Ärger der Stadt Mülleimer und anderes mit grünen Stickern.

Eine Annäherung beider Parteien zeichnete sich am vergangenen Freitag ab, nachdem Verdi den Verhandlungsführer gewechselt hatte.