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Mehr Sicherheit für Radfahrer? Osnabrück beantragt Verlegung der B68

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Nach den beiden tödlichen Unfällen erwartet Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine Verlegung der Bundesstraße 68. Foto: Holger Jansing/ArchivNach den beiden tödlichen Unfällen erwartet Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine Verlegung der Bundesstraße 68. Foto: Holger Jansing/Archiv

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat beim Bundesverkehrsministerium die Verlegung der Bundesstraße 68 auf die Autobahnen beantragt. Die Stadt erhofft sich von der Abstufung der innerstädtischen Straßen weniger Lkw-Verkehr und mehr Sicherheit für Radfahrer.

Der Antrag ist eine Reaktion auf die tödlichen Unfälle mit Lkw-Beteiligung. „Leider haben sich in den letzten Jahren auf einem Teilbereich der B 68 vier tödliche Unfälle ereignet, davon drei in 2014“, heißt es in einem Schreiben von Stadtbaurat Frank Otte, das er auf Bitte von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an den Bundesverkehrsminister geschickt hat. In drei Fällen waren Radfahrer von Lkw erfasst worden, in einem Fall geriet eine Fußgängerin und die Räder eines Trucks.

Die B 68 führt über Bramscher Straße, Hasetorwall, Schlosswall, Johannisstraße und Iburger Straße von Nord nach Süd quer durch die Stadt. „Aufgrund des Straßencharakters und der Ausweisung als Bundesstraße haben wir auf dem innerstädtischen Bereich der B 68 bis zu 40.000 Kraftfahrzeuge pro Tag mit entsprechendem Schwerlastanteil“, heißt es in Ottes Brief weiter. Die Luftqualität sei schlecht, und die Lärmwerte, die rechtlich zu einer Sanierung zwingen, würden teilweise erreicht.

Die Bundesstraße soll nach dem Willen der Stadt offiziell auf die A 1 und A 30 verlegt werden. Griesert und Otte erwarten damit eine Verringerung des Lkw-Verkehrs in der Innenstadt. Das sei ein Baustein, um den Verkehr sicherer zu machen. Darüber hinaus will Otte am Donnerstag dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ein Konzept zur Sicherung der Wall-Kreuzungen vorlegen. Besonders im Fokus steht dabei die Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße, wo in diesem Jahr zwei Radfahrer unter abbiegende Lastwagen gerieten und starben. Die Stadt prüft unter anderem ein Abbiegeverbot für Lkw und eine Veränderung der Parkstreifen am Wall.

Von einer Abstufung der Bundesstraße zur innerstädtischen Straße sind keine schnellen Effekte zu erwarten. Sie würde sich zunächst nur auf Straßenkarten und in Navigationsgeräten bemerkbar machen. Ein Lkw-Durchfahrtverbot, über das in der Stadt schon seit Jahren diskutiert wird, wäre nicht von einer Verlegung der Bundesstraße abhängig.

FDP-Fraktionschef Thomas Thiele erneuerte unterdessen seine Forderung an die Verwaltung, Vorkehrungen zu treffen, die den Lkw-Verkehr in der Stadt reduzieren. Dazu gehöre auch die Verlegung der B 68 und der schnelle Lückenschluss der A 33 Nord. Thiele zweifelt die Angaben der Verwaltung an, wonach der Großteil des Lkw-Verkehrs in der Stadt Quell- und Zielverkehr sei. 2008 vor Einführung der Umweltzone hatte die Stadt den Lkw-Verkehr beobachtet und festgestellt, dass nur 15 Prozent der Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen als Durchgangsverkehr anzusehen sind.



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