„Populistischer Unsinn“ Osnabrücker Verteidiger rügt Opferanwalt scharf

Von Wilfried Hinrichs

Rechtsanwalt Thomas Klein. Foto: Michael GründelRechtsanwalt Thomas Klein. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Thomas Klein, Verteidiger eines der Gewalttäter von der Iburger Straße, hat den Anwalt der Opferfamilie scharf kritisiert. Dessen Forderung nach Veränderungen im Jugendstrafrecht und bei Schmerzensgeldverfahren sei „populistischer Unsinn“, sagte Klein am Mittwoch.

Opferanwalt Bernhard Weiner hatte in einem NOZ-Interview die Forderung erhoben, Hinterbliebenen von Verbrechensopfern ein Schmerzensgeld zuzugestehen. Darüber hinaus solle im Jugendstrafrecht die Möglichkeit geschaffen werden, im Strafprozesse in sogenannten Adhäsionsverfahren die zivile Schmerzensgeldfrage mitzuentscheiden.

Thomas Klein lehnt diese Forderung entschieden ab. „Dadurch würden Wesen und Sinn des Jugendstrafrechts ausgehöhlt“, sagte Klein. Das Jugendstrafrecht habe neben der Schuldfeststellung und Bestrafung einen erzieherischen Auftrag. Das Gericht habe zu prüfen, wie einem Jugendlichen zu helfen wäre und wie Erziehungsdefizite ausgeglichen werden können. Es würde die Verfahren überfrachten, auch über Schmerzensgeldforderungen zu entscheiden. Das Jugendrecht biete genug Möglichkeiten, jugendlichen Straftätern Auflagen zu machen und einen Täter-Opfer-Ausgleich herzustellen.