Märchenhaft mörderisch Theatergruppe probt im Piesberger Gesellschaftshaus

Von Horst Troiza

Die Theatergruppe „Die Märchenhaften“ probt im Piesberger Gesellschaftshaus. Foto: Hermann PentermannDie Theatergruppe „Die Märchenhaften“ probt im Piesberger Gesellschaftshaus. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Ein Toter im Piesberger Gesellschaftshaus? Das kann passieren, wenn dort die Theatergruppe „Die Märchenhaften“ auf der Bühne steht. Gegenwärtig probt das Amateur-Ensemble für die Aufführung des Agatha Christie-Klassikers „Mord im Pfarrhaus“, das am 21. November Premiere feiert.

Ein Probeabend im Piesberger Gesellschaftshaus: Nach und nach trudeln die Darsteller ein, manche in Kostümen, einige ziehen sich schnell in einer Ecke des Saales um. Aus der jungen, hübschen Frau in Jeans und Windjacke wird innerhalb von Minuten eine ebenso hübsche Frau im Sommerkleid mit Blumenmotiv im Stil der 30er Jahre. Ein paar Meter weiter legt ein Mann seinen Schal ab, darunter ist der weiße Kollar, der Stehkragen des Geistlichen zu erkennen.

„Jetzt gehts los, die Szene vor der Kirche“, ruft Regisseurin Anja Mewes und die Darsteller eilen auf die Bühne. Die Texte sitzen noch nicht hundertprozentig, hier und dort muss souffliert werden, doch wegen der Kostüme ist schon ein Hauch dessen zu erahnen, was die Zuschauer zur Premiere erwarten können. „Mord im Pfarrhaus“ ist der klassische Whodunnit-Plot, ein Krimi, bei dem der Täter erst beim Finale überführt wird.

Der Stoff habe einfach alle gereizt, sagt die Regisseurin. Seit zehn Jahren gibt es „Die Märchenhaften“, in der Vergangenheit ist die Truppe mit Stücken von Moliere und Ionesco vor die Öffentlichkeit getreten, hat im vergangenen Jahr mit der Satire „TV-Nonstop“ erfolgreich das Fernsehen aufs Korn genommen. Mit dem Krimi von Agatha Christie betreten die Amateure Neuland, aber sind bereits jetzt begeistert.

„Es ist ein tolles Ensemble-Stück, durchgängig mit skurril-witzigen Charakteren bestückt“, verrät Mewes, die in den vergangenen Jahren auch Stücke auf der Waldbühne in Melle inszeniert hat. Die Rollen reichen vom gut situierten englischen Pfarrer, seinem still vor sich hinleidenden Vikar, einem frechen Hausmädchen und gleich einer ganzen Palette möglicher Mörder. Und natürlich die berühmte Miss Marple, die hier ihren ersten Fall aufklärt.

Freunde des Genres werden voll auf ihre Kosten kommen, die sich mit acht Euro für den Eintritt, ermäßigt vier Euro, durchaus im Rahmen halten. Das Kartentelefon ist unter 0541/1208888 zu erreichen. Die Aufführungen im Piesberger Gesellschaftshaus finden am 21. und 22. November sowie am 27. und 28. Februar statt, Beginn ist um 19.30 Uhr.