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Bedford und die Unternehmensphilosophie der Mutsaers Edler Schinken und gute Taten

Von Wilfried Hinrichs

In Handarbeit wird der Schinken bei Bedford veredelt– getreu dem Motto des Gründers Piet Mutsaers: „Es gibt kleinen Ersatz für Qualität“. Foto: Elvira PartonIn Handarbeit wird der Schinken bei Bedford veredelt– getreu dem Motto des Gründers Piet Mutsaers: „Es gibt kleinen Ersatz für Qualität“. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Den Osnabrücker Wirtschaftspreis gewinnt nicht, wer die höchste Rendite erzielt. Die Unternehmensphilosophie muss stimmen – so wie bei Bedford.

Erster Satz in der schriftlich niedergelegten Unternehmensphilosophie: „Wir sind ein überschaubares mittelständisches Familienunternehmen.“ – Gabriele und Bert Mutsaers führen das 100 Jahre alte Unternehmen in zweiter Generation. Ihr Vater, Piet Mutsaers aus Holland, übernahm 1964 die traditionsreiche Feinkost- und Fleischwarenfabrik, die Heinrich und Friedrich Bedford 1909 an der Buerschen Straße gegründet hatten.

Zweiter Satz der Bedford-Philosophie: „Unsere Kompetenz liegt in der handwerklichen Herstellung und dem Vertrieb von Wurst- und Schinkenspezialitäten auf gleichbleibend höchstem Niveau.“ – Bedford liefert Fleischwaren ausschließlich zum Verkauf an der Theke. Diese Marktnische hat das Familienunternehmen seit Jahrzehnten erfolgreich besetzt. Der Bedford-Werbespruch bringt dieses Prinzip auf den Punkt: „SB bedienen wir nicht, Discount sparen wir uns.“

Weiter aus der Unternehmensfibel: „Wir sichern dauerhaft die Entwicklung unseres Unternehmens durch gemeinsam erwirtschaftete Gewinne für Unabhängigkeit und notwendige Investitionen sowie die Erhaltung der sozialen Sicherheit für alle Mitarbeiter.“ – 1970 legte Piet Mutsaers den Grundstein für die moderne Fabrik am Traiteurplatz am Ende der Hafenringstraße. Jährlich investierte der Betrieb im Schnitt 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung. 2002, 2007, 2008 und 2010 wurden Produktion und Lagerung jeweils mit großem Aufwand ausgedehnt. Aktuell investiert das Unternehmen 13 Millionen Euro in Gebäude und Maschinen, um die Kapazitäten zu erweitern und die hygienischen Standards weiter zu verbessern. Die Produktionsfläche vergrößert sich um ein Drittel. Die Zahl der Mitarbeiter ist mit 300 auch in der Krise konstant geblieben. Die Mitarbeiter identifizierten sich stark mit ihrem Unternehmen, heißt es in der Begründung der Jury.

„Wir stellen uns schnell und flexibel auf die Wünsche unserer Kunden ein, soweit wirtschaftlich vertretbar.“ – Gabriele Mutsaers ist immer auf der Suche nach neuen Kreationen und Produkten. Sie hat eine Nase dafür, wie die jüngste Innovation beweist: die pfiffigen Partyhäppchen „Saltuffo“. Fortschrittlich auch der Herkunftsnachweis beim Schinken: Im Internet (www.schinken.de) ist die Produktionskette jedes Schinkens nachvollziehbar.

Letztes Zitat aus der Unternehmensphilosophie: „Wir sind uns unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst und handeln auch danach.“ – Überproduktionen gehen direkt an karitative Einrichtungen wie die Wärmestube oder die Osnabrücker Tafel. Seit 2003 führt Bedford von jedem „Friedensschinken“ einen Euro an terre des hommes ab. Bislang kamen so 400000 Euro für Kinder in Krisengebieten zusammen.