Einwendungen gegen 380-kV-Leitung Voxtruper hoffen weiter auf Erdverkabelung

Von Rainer Lahmann-Lammert

1400 Unterschriften gegen die geplante 380-kV-Trasse übergab Christine Hoefer für die Voxtruper Bürgerinitiative an Franz Schürings (zweiter von links), den Leiter des Fachbereichs Städtebau. Foto: Swaantje Hehmann1400 Unterschriften gegen die geplante 380-kV-Trasse übergab Christine Hoefer für die Voxtruper Bürgerinitiative an Franz Schürings (zweiter von links), den Leiter des Fachbereichs Städtebau. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. 1400 Unterschriften aus Voxtrup gegen den Bau der geplanten Hochspannungstrasse hat die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ am Dienstag an die Stadt Osnabrück übergeben. Die Begründungen sind teilweise sehr individuell formuliert. Konsens aller Einwender ist aber, dass angesichts der Nähe zur Wohnbebauung eine Erdverkabelung geprüft werden solle.

„Voxtrup ist ja umzingelt von Leitungen“, meinte Christine Hoefer, die Sprecherin der Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau der neuen Trasse Gütersloh-Lüstringen-Wehrendorf stemmt. Wohnhäuser, der Kindergarten und der Reiterhof, aber auch etliche Gewerbebetriebe würden von der geplanten Freileitung berührt oder sogar überspannt. Die im Gesetz vorgesehenen Sicherheitsabstände ließen sich in Voxtrup nicht im Mindesten realisieren. Nicht nur die gesundheitlichen Risiken sorgen in Voxtrup für Empörung. Christine Hoefner beklagte, dass eine 1000-jährige Kulturlandschaft durch die 70 Meter hohen Masten verschandelt werde.

Ihren dicken Ordner mit den Einwendungen von 1400 Menschen übergab die Sprecherin der Initiative an Franz Schürings, den Leiter des Fachbereichs Städtebau. Ihn musste sie nicht von der Problematik überzeugen. Die Stadt Osnabrück hat sich an die Seite der Trassengegner gestellt. In ihrer Stellungnahme für das Raumordnungsverfahren zum Neubau der Höchstspannungsleitung Gütersloh-Lüstringen-Wehrendorf lehnt sie das Planvorhaben der Amprion GmbH ab und fordert eine neue Untersuchung, um die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und den vordringlichen Bedarf der Leitung erneut zu überprüfen.

Die Einwohner der Stadtteile Voxtrup und Lüstringen, so heißt es in der Stellungnahme der Stadt, seien durch den Bau der Höchstspannungstrasse möglicherweise gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Wie die Bürgerinitiative setzt sich auch die Stadt Osnabrück für eine Erdverkabelung ein – mit dem Hinweis auf die städtebauliche Entwicklung und die Verbesserung des Wohnumfeldes. Ein Erdkabel ist für Osnabrück allerdings nicht vorgesehen, weil bundesweit nur vier Pilotprojekte den amtlichen Segen der Behörden erhalten haben.

Ein kleines Fünkchen Hoffnung haben Christine Hoefer und ihre Mitstreiter von der Initiative aber doch. Im 150 Seiten starken Schriftsatz der Amprion GmbH für das Raumordnungsverfahren ist die Erdverkabelung auf einer Karte eingezeichnet – ganz weit hinten, als eine von mehreren Möglichkeiten. Darauf hatte offensichtlich die niedersächsische Landesregierung gedrängt.

Das Raumordnungsverfahren für den Trassenverlauf liegt in der Hand des Amts für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg. Stadtplaner Franz Schürings versprach der Initiative, die Einwendungen in das Verfahren einzubringen. In Borgloh übergab die Bürgerinitiative „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ am selben Tag 1700 Unterschriften an Bürgermeister Marc Schewski.