Schalk und Ernst bei Mozart Literatur-Spot mit Eva Gesine Baur

Von Uta Biestmann-Kotte


Osnabrück. 1,56 Meter klein sei er gewesen, unansehnlich, motorisch überaktiv und mit „überentwickelter Schönheitsliebe“ ausgestattet. Wenn Eva Gesine Baur über Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) spricht, scheint es, als hätte sie den österreichischen Musikgenius persönlich gekannt.

„Ja, Mozart ist schon die Liebe meines Lebens“, meinte die Münchner Autorin und Kulturhistorikerin im Gespräch mit Musikdramaturgin Ulrike Schumann .

Im Rahmen der „Literaturspot-Lesereihe“ von Theater und Dom-Buchhandlung sprach Baur am Montagim Oberen Foyer des Theaters über ihre Biografie „Mozart – Genius und Eros“ . Darin wendet sie den Eros-Begriff aus Platons „Symposion“ vom „Mittelding zwischen Gott und Mensch“ auf Mozarts Person sowie in Anlehnung an Richard Strauss auch auf Mozarts Musik an. Wobei für Baur Mozart mehr Dämon denn Gott ist, der aus seiner Rastlosigkeit heraus innerhalb Wiens ständig umzog, viele Fragmente hinterließ und bei dem musikalisch wie privat Schalk und Ernst dicht beieinanderlagen. Einen Eindruck von Mozarts Musik vermittelten Sopranistin Lina Liu und Solorepetitor Elias Corrinth am Piano mit der Arie der Gräfin „Dove sono i bei momenti“ aus der Oper „Nozze di Figaro“, dem Liedfragment „Einsam bin ich, meine Liebe“ (KV Anh. 26) sowie der „Fantasie d-Moll“ (KV 397).

Eva Gesine Baur. „Mozart – Genius und Eros“. Biographie, C.H. Beck, 24,95 Euro.