Waschen, Schneiden, Typ betonen Silke Sudholz führt ihr eigenes Friseur-Geschäft in Osnabrück

Seit April führt Silke Sudholz ihr eigenes Friseurgeschäft. Dass sie diesen Beruf ergreifen wollte, wusste sie bereits im Kindergartenalter. Foto: Marie-Luise BraunSeit April führt Silke Sudholz ihr eigenes Friseurgeschäft. Dass sie diesen Beruf ergreifen wollte, wusste sie bereits im Kindergartenalter. Foto: Marie-Luise Braun

Osnabrück. Bereits im Kindergarten wusste Silke Sudholz, dass sie Friseurin werden wollte. Seit einigen Monaten führt die 38-Jährige nun ihr eigenes Geschäft, das „Hair Design“ in der Osnabrücker Innenstadt. 1996 hat sie ihre Ausbildung begonnen, und ihr Beruf macht ihr immer noch Spaß.

„Ich liebe es, direkt den Effekt zu sehen, dass sich etwas verändert hat“, sagt Silke Sudholz und wirft einen prüfenden Blick in den Spiegel. Konzentriert beginnt sie ihrer Kundin die Haare zu schneiden. Es soll nur wieder Form in den Schnitt, nachdem die Haare einige Zeit gewachsen sind. Aus einem Bob sind lange Haare geworden und davon soll möglichst kein Zentimeter mehr ab. Silke Sudholz nimmt eine Strähne zwischen die Finger und kürzt nur wenig.

Erste Erfahrungen in ihrem Handwerk hat sie bereits früh gesammelt – wie viele andere Kinder auch hat sie ihren Puppen, später ihren beiden Schwestern und ihrem Vater die Haare geschnitten. „Und bei einer Kinderfreizeit den anderen Kindern“, erinnert sich Sudhoff und grinst. „Als bei der Rückkehr alle mit kurzem Pony aus dem Bus ausstiegen, wusste meine Mutter sofort, wer das gemacht hat.“

Nie hatte sie eine andere Idee, was sie später werden wollte. Und so begann die gebürtige Hamburgerin genau hier, in ihrem jetzigen Geschäft an der Dielingerstraße 10, vor 18 Jahren ihre Ausbildung. „Damals war es noch ein anderer Inhaber“, erläutert die Friseurmeisterin, während sie gleichmäßig weiterarbeitet und dabei mit Schere, Bürste und Haaren gleichzeitig hantiert. Ulrike Book hat ebenfalls zu der Zeit dort gearbeitet. Sudholz’ spätere Chefin hatte das Geschäft kurz darauf übernommen – und Silke Sudholz zurückgeholt, die nach Lehre und kurzer Berufspraxis an eine Kosmetikschule gewechselt war. „Ich wollte nur dekorative Kosmetik machen, für die Entspannung beim Pflegeprogramm fehlt mir einfach die Geduld.“ Und so brach sie nach zwei Jahren die Schule ab und kehrte an ihre einstige Wirkungsstätte zurück.

„Es gab damals oft blöde Sprüche, wenn ich gesagt habe, dass ich Friseurin bin“, erinnert Silke Sudholz sich. Von ihrem Klassenlehrer an der Realschule Ibbenbüren hat sie sich damals die Frage gefallen lassen müssen: „Wieso willst du Friseurin werden? Du bist doch nicht blöd!“ Sudholz schüttelt den Kopf: „Dabei war ich damals noch gar nicht blond“, sagt sie und grinst wieder, „es hat sich aber viel verändert im Lauf der Zeit. Die Leute sind heute viel aufgeschlossener geworden.“

Alle möglichen Farben hat sie früher auf dem eigenen Kopf ausprobiert. „Mal Knallrot, mal Pink“, erinnert sie sich – und auch daran, dass ihr damaliger Chef vor allem den letzten Farbton nicht so toll gefunden hat. Und wie sieht es bei ihr aus – gibt es Frisuren, die sie niemals machen würde? „Dauerwelle“, sagt Sudholz, ohne zu zögern. Sie wundert sich, dass viele Kundinnen genau die Frisur haben wollen, die am wenigsten mit ihren Haaren machbar sind. „Eine brasilianische Löwenmähne geht nun mal nicht mit dünnen Haaren.“ Oft kämen vor allem Kundinnen mit einem Foto eines Prominenten zu ihr, weil sie genau so eine Frisur haben möchten. „Als Anregung ist das ja ganz gut“, sagt Sudholz diplomatisch. Es sei ihr wichtig, die Kundinnen und Kunden individuell zu beraten. „Ich kann ja nicht Frisuren machen, nur weil sie in sind, aber nicht zu einem Kunden passen.“

Fünf Tage die Woche steht sie in ihrem Geschäft – unterstützt wird sie von einer Mitarbeiterin und einem Lehrling. Vor sechs Jahren hat Sudholz mit der Meisterschule begonnen und vor drei Jahren ihren Meisterbrief erhalten. Damals hatte sie mit ihrer Chefin abgesprochen, eines Tages das Geschäft „Hair Design“ zu übernehmen. „Das war einfach irgendwann Thema“, erinnert sie sich. Im April dieses Jahres war es so weit. Seither ist Silke Sudholz ihre eigene Chefin.