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10.11.2014, 19:02 Uhr WENIGER AUTOVERKEHR IST MEHR

Neumarkttunnel-Abbruch: Ring frei – oder nicht?

Kommentar von Sebastian Stricker

Weniger Autoverkehr ist mehr. Doch die Neumarkt-Sperrung schmeckt nicht jedem. Foto: Michael GründelWeniger Autoverkehr ist mehr. Doch die Neumarkt-Sperrung schmeckt nicht jedem. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Ring frei zur zweiten Runde! Ab Dienstag landet auch der letzte Rest der einstmals stolzen und hochgelobten Neumarkt-Passage auf dem Schutthaufen der Osnabrücker Lokalgeschichte.

Mit dem Fußgängertunnel, in dem zu besten Zeiten nicht nur eine besonders verkehrsreiche Straße sicher unterquert, sondern sogar nennenswert flaniert und eingekauft werden konnte, verschwindet auf Nimmerwiedersehen das prominenteste Relikt einer Zeit, als Autos in dieser Stadt uneingeschränkt Vorfahrt genossen.

Wer daraus schließt, heute sei das anders, irrt. Bei Stadtplanern und Ratsleuten mag sich die Erkenntnis durchsetzen, dass weniger Autoverkehr in der City mehr ist. Radfahrern und Fußgängern ist diese Einsicht ja angeboren. Doch längst nicht jeder Bürger, der seinen fahrbaren Untersatz unter Ausblendung aller Risiken und Nebenwirkungen für unverzichtbar hält, bringt gleichsam das Verständnis für Tunnelabbruch und Platzneugestaltung auf. Für viele meint „Ring frei“ deshalb eher das Flehen nach einer Aufhebung des Durchfahrtverbots, um die mutmaßlich von der Neumarkt-Sperrung begünstigten Blechlawinen auf den Straßen entlang des Walls zu verringern. Dass sie selbst der Stau sind, sehen sie nicht.


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