Mit unbekannten Komponisten Das Hugo Kauder Trio beeindruckte in Bad Iburg

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Das Hugo-Kauder-Trio im Iburger SchlossFoto: Egmont SeilerDas Hugo-Kauder-Trio im Iburger SchlossFoto: Egmont Seiler

Bad Iburg. Auf Raritäten hat sich das Hugo Kauder Trio spezialisiert, und so erklingen beim Iburger Schlosskonzert Werke von Ignaz Lachner, Hugo Kauder, August Klughardt und Paul Juon. Ein Programm, das keine Wünsche offen lässt.

Der Beweis ist erbracht: Man muss nicht in einer Tour Beethoven, Mozart und Brahms herunterleiern. Zugegeben: An Rares und Vergessenes wagen sich inzwischen viele Interpreten, doch mindestens ein Zugpferd steckt doch in fast jedem Programm. Nicht so in Bad Iburg beim Hugo Kauder Trio. Oboist Ivan Danko: „Schöne Musik von unbekannten Komponisten ist unsere Spezialität.“

Wenn sich ein Kammermusikensemble nach einem Komponisten benennt, dann normalerweise nach einem berühmten. Aber wer in aller Welt war Hugo Kauder ? Nun, er schrieb jedenfalls 1916 ein Trio für Oboe, Viola und Klavier, und das stand bei diesem Konzert neben Werken von Ignaz Lachner , August Klughardt und Paul Juon . Kauders Trio ist ein ernstes und gewichtiges und dabei sehr spannendes Werk, sehr expressiv, formal zerklüftet, mit starken Kontrasten, reicher Harmonik und teilweise ungewöhnlichen Taktarten. Einige Wendungen erinnern an Brahms, doch im Ganzen ist die Klangsprache sehr eigenständig. Das Werk erfährt durch das Hugo Kauder Trio eine brillante Aufführung.

Etwas gefälliger war zuvor das Grand Trio op. 102 von Ignaz Lachner, das eher schlicht und pastoral daherkommt. Besonders der Pianist hat trotzdem ganz schön zu tun, doch das meistert Ladislav Fanzowitz mit Leichtigkeit. Vielleicht klingt der Flügel im Iburger Rittersaal eine Spur zu laut, doch das klangschöne Spiel von Róbert Lakatos an der Viola und der kräftige und dennoch weiche Klang von Ivan Dankos Oboe können sich noch dagegen behaupten. Lachners Musik ist zwar zuweilen kraftvoll, aber selten wirklich dramatisch.

Ganz anders August Klughardts wunderschöne und abwechslungsreiche Schilflieder, in denen das Hugo Kauder Trio alle Facetten ausleuchtet. Ivan Dankos glatter Oboenklang steht denen bestens, doch endlich kann hier auch Róbert Lakatos mehr von seiner Kunst zeigen. Das gilt auch für Paul Juons äußerst dankbare und farbige Trio Miniaturen, denn die Viola hat in diesen Werken mehr Raum, und so steuert Lakatos gleich einige expressive Soli bei.

Man hätte ruhig erwähnen können, dass Juons Trio Miniaturen eigentlich nicht für diese Besetzung geschrieben wurden, doch das tut der Wirkung keinen Abbruch: Zart träumerische, humorvolle und sehr individuelle Stücke erlebt man hier, und dDen ganzen Abend mit seiner Raritäten-Folge hätte man sich bunter und schöner kaum denken können.Online


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