Evakuierung abgesagt Aufräumarbeiten nach Bombenräumung in Osnabrück-Fledder

Von Jean-Charles Fays


Osnabrück. Die Aufräumarbeiten nach der abgesagten Bombenentschärfung in Osnabrück-Fledder dauerten noch bis Sonntagmittag an. Der Leiter des Ordnungsamtes Jürgen Wiethäuper sagte unserer Redaktion am Sonntag: „Heute werden noch Restarbeiten gemacht. Bis Mittag ist die Baugrube verschlossen.“ Die geplante Evakuierung sei nicht mehr notwendig, weil ein Teil der Bombe bereits in der Vergangenheit dreieinhalb Meter unter der Erde detoniert war.

Da am Samstagabend bereits über Radio und Internet verbreitet worden sei , dass die 8000 Bürger nicht wie geplant am Sonntagmorgen ab 10 Uhr ihre Häuser verlassen müssen, sei auch das ab 8 Uhr geplante Bürgertelefon am Sonntag nicht mehr besetzt gewesen. Anhand der Messergebnisse war die Teildetonation für die Sprengstoffexperten vor der Räumung nicht zu erkennen. Bei den vorbereitenden Arbeiten zur Entschärfung des vermuteten Blindgängers musste Grundwasser abgesenkt werden. Die Grundwasser-Senkung, die man vorgenommen hatte, um die Grube rund um die Weltkriegsbombe auszuschachten, wurde noch am Samstagabend rückgängig gemacht, um eine Gefahr für die Statik des nahestehenden Wohnhauses zu minimieren.

„Wir haben erst gemerkt, dass die Entschärfung nicht mehr nötig war, als wir den Sprengstoff offen im Boden vorfanden“, erklärt Wiethäuper. „Die amerikanische Fliegerbombe muss mit Verzögerung detoniert sein.“ Da es nur zu einer Teilexplosion unter der Erde gekommen sei, riss die Bombe durch die damalige Detonation des Heckzünders in Längsrichtung auf. Der Kopfzünder, in dem sich noch ein kleiner Teil des Sprengstoffs befand, konnte nach Angaben von Wiethäuper abtransportiert werden. Die Kosten der Maßnahme waren am Sonntag noch nicht zu beziffern. Allerdings sei der Nachfluss des Grundwassers bei der Absenkung größer als gedacht gewesen, was die vorbereitenden Ausschachtungsarbeiten erschwert habe. Die Kosten tragen das Land, die Stadt Osnabrück und der Grundstückseigentümer.

Zu einer Sperrung der Hannoverschen Straße und der Mindener Straße kam es infolge der abgesagten Bombenentschärfung nicht mehr. Auch die geplante kurzzeitige Sperrung der Autobahn 33 zwischen Lüstringen und Fledder war damit hinfällig.

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