Zwischen Massenspektakel und Verkaufsschau Pyro-Show am Piesberg: Nicht nur Vorgeschmack auf Silvester

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Osnabrück. Zum dritten Mal wurde am Samstagabend ein spektakulärer Pyro-Zauber am Piesberg entfacht. Auf dem weiträumigen Gelände hinter dem Steinbrecher am Süberweg fanden sich geschätzte 5000 Neugierige - darunter auch viele Familien - ein, um sich schon einmal auf die Silvesternacht einzustimmen.

Seit 2013 veranstaltet dort jeweils am ersten Wochenende im November die in Atter beheimatete Firma Toschpyro ihre jährliche Produkt-Präsentation, nachdem deren Schauplatz auf dem heimischen Sportplatz nach vier Jahren dem stetig zunehmenden Publikumsandrang nicht mehr gewachsen war. Dabei könnte der Ort kaum besser gewählt sein. Denn der enorme Widerhall aus dem nahen Steinbruch sorgte insbesondere bei den in schneller Folge gezündeten Großbatterien für ganz besondere und auch ganz besonders laute Knalleffekte.

„Tanz der Vampire“ und Eigenkreationen

Nahezu die gesamte Produktpalette aus weit über 60 Positionen wurde zunächst samt Preisangabe und Lieferbarkeitsstatus in den klaren, wolkenlosen Sternenhimmel geschossen, darunter auch Klassiker wie der diesen blutrot färbende „Tanz der Vampire“. Besonders stolz zeigte sich Toschpyro-Chef Thomas Schulte, der mit seinem Team seit zehn Jahren für professionelle Erleuchtung in und um Osnabrück sorgt, im Anschluss auf seine leider namenlosen 30 Eigenkreationen, die zwar lediglich durchnummeriert waren, dafür aber umso kreativer und vielfältiger, mitunter auch buchstäblich pfiffig den sternenklaren Osnabrücker Herbsthimmel verzauberten. Bis zum nächsten Jahr sollen noch 50 weitere selbst kreierte „Toschpyros“ hinzukommen.

Fünffach-Kombination als Höhepunkt

Den fulminanten Höhepunkt der hauseigenen Produkt-Präsentation bildete abschließend eine farbenprächtige, lang anhaltende Fünffach-Kombination mit einigen durchaus beabsichtigten Querschlägern. Für ein ungleich leiseres und musikalischeres Intermezzo sorgte in der Pause der Posaunenchor unter der Leitung von Silke Nagel, bevor es zum Abschluss noch einmal richtig knallte. Eine gute Viertelstunde lang bot ein imposantes Großfeuerwerk in einer Kategorie, die laut Thomas Schulte „mit Silvester nicht viel zu tun hat“, in diesem Sinne mehr als nur einen Vorgeschmack auf den Jahreswechsel.

V 65-Diesellok nicht im Streik

Einzig das zusätzliche kleine Überraschungsfeuerwerk am Piesberger Zechenbahnhof musste „aus technischen Gründen“ leider ausfallen. Von dort wurden etwa 500 Zuschauer mit einer V 65-Diesellok aus dem Jahre 1956 wieder zurück über den Osnabrücker Altstadt- zum Hauptbahnhof gefahren. Wie in jedem Jahr ermöglichten die Osnabrücker Dampflokfreunde, deren Lokführer sich an diesem Samstagabend glücklicherweise nicht im Streik befand, zum Abschluss ihrer Fahrtensaison diese stilvolle An- und Abreise zur Pyro-Show in sieben historischen Abteilwagen. Da diese aber auf nur jeweils etwa 60 Personen ausgerichtet sind, musste auf der Hinfahrt auch der Gepäckwagen kurzfristig für die Personenbeförderung zweckentfremdet werden. Dem besonderen Fahrerlebnis tat dies jedoch keinen Abbruch. Ganz abgesehen von der beeindruckenden, rund zweistündigen Pyro-Show am Fahrtziel, die einen gangbaren Mittelweg zwischen kostenlosem Massenspektakel und kommerzieller Verkaufsschau gefunden hat.


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