Interview mit Christoph Niemöller Nachhaltiges Engagement im Blätterwald in Bramsche

Von Julia Kuhlmann

Pflanzlöcher zur Probe gegraben haben NOZ-Geschäftsführer Christoph Niemöller, Imke Baller, Leiterin Eventmarketing und Öffentlichkeitsarbeit, und Julia Kuhlmann, Projektmanagerin Chefredaktion (von links). Foto: Michael GründelPflanzlöcher zur Probe gegraben haben NOZ-Geschäftsführer Christoph Niemöller, Imke Baller, Leiterin Eventmarketing und Öffentlichkeitsarbeit, und Julia Kuhlmann, Projektmanagerin Chefredaktion (von links). Foto: Michael Gründel

Bramsche. Mit dem NOZ-Blätterwald unterstützen die Tageszeitungen der NOZ Medien in Stadt und Landkreis Osnabrück den Umweltschutzverein Trinkwasserwald, Nadel- zu Mischwald umzuwandeln und so langfristig einen guten Beitrag fürs Grundwasser zu leisten. NOZ-Geschäftsführer Christoph Niemöller erläutert im Interview, warum er sich persönlich für die Übernahme von Baumpatenschaften einsetzt.

Herr Niemöller, wie kam es zum NOZ-Blätterwald?

Als ich vom Engagement des Umweltschutzvereins Trinkwasserwald hörte, hat mich gleich fasziniert, dass wir auf diese Weise gemeinsam mit unseren Lesern und mit Firmen und Institutionen aus der Region etwas für unsere Region tun können. Ich habe dann gerne selbst um die Übernahme von Baumpatenschaften geworben, und natürlich engagieren wir uns als Zeitung auch.

Wie waren die Reaktionen auf den NOZ-Blätterwald?

Von Anfang an sehr gut. Es ist ein durch und durch positiv besetztes Thema. Das sieht man auch daran, dass viele – Einzelpersonen, Firmen, Vereine – dem guten Beispiel unserer Initialspender folgen und auch Baumpatenschaften übernehmen. Wir haben jetzt bereits die überwältigende Zahl von über 6000 Baumpatenschaften.

Werden Sie beim Pflanzfest selbst Bäume pflanzen?

Na klar, und ich freue mich darauf, das in der Gemeinschaft mit unseren Baumpaten zu tun. Wenn wir dabei so viel Freude haben, wie wir im NOZ-Blätterwald-Team bei der Vorbereitung hatten, wird es eine sehr schöne Veranstaltung. Sicher wird beim Pflanzfest genug Zeit sein, sich zum Thema Wald auszutauschen. Ich danke allen schon jetzt für die Unterstützung.

Wie geht es mit dem NOZ-Blätterwald dann weiter?

Der NOZ-Blätterwald als Trinkwasserwald ist sehr nachhaltig und verfolgt langfristige Ziele. Das äußert sich zum einen darin, dass unser Partner Trinkwasserwald die Nachsorge im frisch gepflanzten Wald übernimmt und dafür Sorge trägt, dass die Setzlinge anwachsen. Zum anderen schauen wir uns nun bald schon nach einer weiteren Pflanzfläche um. Nach dem Pflanzfest ist also vor dem Pflanzfest. Wir werden uns in diesem Projekt langfristig engagieren und weitere NOZ-Blätterwälder pflanzen.


Warum folgende Firmen und Institutionen der Region Initial-Baumpaten im NOZ-Blätterwald wurden: Prof. Felix Osterheider, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor Georgsmarienhütte GmbH: „Die Georgsmarienhütte GmbH ist eines der größten Recycling-Unternehmen der Region: Aus Schrott erzeugen wir Hunderte neue Stahlgüter und schließen so den Wertstoffkreislauf. Nachhaltigkeit ist Kernbestandteil unseres Geschäftsmodells. Dafür bilden wir Berufe mit Zukunft aus, die sich diesem Anspruch – industrielle Wertschöpfung durch nachhaltiges Wirtschaften – stellen. Bei uns wird mehr gebraucht als Gehirnschmalz. Es geht um Kopf, Herz und Hand. Deshalb engagiert sich die Georgsmarienhütte GmbH und ist Baumpate im NOZ-Blätterwald. So werden rund 20 Auszubildende unseres Unternehmens beim Pflanzfest am 30. November aktiv, legen selbst Hand an und werden die von uns gestifteten Bäume pflanzen“ Dirk Hardeck, Geschäftsführer Möbel Hardeck: „Als traditions- und verantwortungsbewusstes Familienunternehmen unterstützt Möbel Hardeck seit Jahren den Gedanken des Umweltschutzes und hat sich die nachhaltige Gestaltung der Zukunft auf die Fahne geschrieben. Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt und müssen geschützt werden. Beim NOZ-Blätterwald handelt es sich um ein Projekt, bei dem sich die Unterstützung lohnt: „Trinkwasser pflanzen“ – dabei helfen wir als Baumpate gern.“ Dr. Karsten Igel, Igel Gartenkultur: „Uns liegt nachhaltige Forstwirtschaft ohnehin sehr am Herzen. Bei mir als Historiker kommt noch der aufklärerische Impetus dazu, Menschen, denen Natur und Wald nicht natürlicherweise so nahe liegen, Wissen aus diesem Bereich zu vermitteln.“ Bernd Heinemann, Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Bersenbrück: Der Wald bietet zu allen Jahreszeiten und Wetterlagen unvergleichliche Eindrücke und Stimmungen. Der Wald ist dabei deutlich vielfältiger und ökölogisch wertvoller als die oft monotone Ackerlandschaft. Als regionales Institut unterstützen wir die verschiedensten Institutionen, Vereine oder karitative Einrichtungen. Der Naturschutz ist dabei von der Summe her eher unterrepräsentiert. Deshalb haben wir sehr gerne die Rolle eines Initialspenders eingenommen, um auch auf diese Weise unsere Verbundenheit zur Region, entsprechend unserem Motto ,Wir für hier‘, zu unterlegen.“ Dr. Michael Lübbersmann, Landrat Landkreis Osnabrück: „Als Naturliebhaber kann ich dieses Projekt nur von Herzen begrüßen. Es liegt im Interesse von uns allen, wenn die Flächen des „Trinkwasserwaldes“ von einem reinen Kiefernforst in einen Wald aus standortgerechten Laubgehölzen umgewandelt werden. Damit passt das Projekt auch hervorragend zu den Naturschutzvorhaben, die wir als Landkreis Osnabrück verfolgen. Außerdem trägt das Projekt zum Schutz des Bodens bei, da Versauerungsprozesse langfristig verringert werden.“ Dieter Holzgrefe, Stadtwerke Bramsche: „Das Engagement für den Trinkwasserwald passt bei uns hervorragend ins Konzept, da wir selbst auf dem Grundstück des Wasserwerks in der Bramscher Gartenstadt seit dem Jahr 2009 Waldumbau betreiben. Wir haben seither sukzessive 10 Hektar Nadelwald zu Laubwald umgebaut.“ Georg Stegemann, marktverantwortlicher Partner der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Osnabrück: „Nachhaltigkeit ist für PwC seit vielen Jahren ein wichtiges Thema und bedeutet für uns als Osnabrücker Partnerschaft auch, in unserer Region Verantwortung zu übernehmen. Der NOZ-Blätterwald ist eine innovative Initiative, die beides miteinander verbindet. Wir waren von der Idee sofort überzeugt und sind sehr gerne Baumpate geworden.“ Oliver Schawe, Geschäftsführer der Purplan GmbH: „Die Wälder der Erde haben eine unschätzbare, lebenswichtige Bedeutung für uns Menschen. Als Lunge unseres Planeten speichern sie das klimaschädliche CO2, produzieren Sauerstoff, liefern Holz für den Bedarf an Holz und Papier. Sie bieten gleichzeitig einen Lebensraum für Tiere und einen Erholungsraum für uns Menschen. Daher ist es für Purplan eine besondere Verantwortung, sich für den Erhalt und den Schutz der Wälder einzusetzen. Es gilt sich bewusst zu werden, dass die Wälder durch menschliches Handeln einer Bedrohung ausgesetzt sind, und diesem möchte die Purplan GmbH entgegenwirken.“ Christian Schütz, Geschäftsführer der Firma Bionade: „Trinkwasser ist der Hauptbestandteil von Bionade. Deshalb möchten wir diese wichtige und weltweit immer knapper werdende Ressource nachhaltig schützen sowie gezielt und dauerhaft regenerieren und sogar vermehren.“ Mit den beiden Firmen Hase & Co und der Firma Klartext Grafikbüro sind zwei weitere Firmen dem guten Beispiel der Initial-Spender gefolgt und haben Baumpatenschaften übernommen.

Das Pflanzfest

Mit einem Pflanzfest entsteht am ersten Advent (Sonntag, 30. November) der erste NOZ-Blätterwald in Bramsche-Engter. Die Fläche liegt an der Straße Im Fuhldiek in unmittelbarer Nähe zur Einmündung Lutterdamm. In der Gemeinschaft vieler Naturfreunde wird von 12 bis 15 Uhr eine circa 0,7 Hektar große Fläche mit Laubbaum-Setzlingen bepflanzt. Wer mit anpacken möchte, bringe neben Tatkraft und guter Laune gerne auch einen Spaten oder eine Schaufel mit. Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk oder Gummistiefel sind zu empfehlen. Fachkundige Helfer zeigen den Gästen, wie die Baumsetzlinge in die vorbereiteten Pflanzlöcher gesetzt werden und wie das Loch dann wieder mit Erde aufgefüllt wird. Imbiss und Getränke sind für Pflanzhelfer kostenlos.