DAK-Gesundheitsreport Ein Drittel mehr Fehltage wegen Grippe in Region Osnabrück

Von Jean-Charles Fays

Die Zahl der Fehltage wegen grippaler Infekte ist 2013 in der Region Osnabrück um ein Drittel gestiegen. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor. Es gibt acht Prozent weniger Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. Symbolfoto: dpaDie Zahl der Fehltage wegen grippaler Infekte ist 2013 in der Region Osnabrück um ein Drittel gestiegen. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor. Es gibt acht Prozent weniger Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Atemwegserkrankungen in der Region Osnabrück haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. „Es gab ein Drittel mehr grippale Infekte. Schuld daran war eine viermonatige Grippewelle Anfang 2013“, erklärt der Osnabrücker Geschäftsstellenleiter der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Gunther Bretz.

Aus dem jetzt veröffentlichten DAK-Gesundheitsreport 2014 geht auch hervor, dass es in der Region Osnabrück rund acht Prozent weniger Fehltage wegen psychischer Erkrankungen gab. Dem Report liegen die Daten von 48.000 DAK-Versicherten in der Region zugrunde.

Die Grippewelle in der Saison 2013/2014 hingegen begann laut Robert-Koch-Institut (RKI) auch wegen des milden Winters spät und endete früh, sodass die Atemwegserkrankungen in diesem Jahr wieder rückläufig sein dürften. Allerdings beobachtete das RKI in der Vergangenheit Stärkeschwankungen im Zwei-Jahres-Rhythmus und empfiehlt für die kommende Saison, „alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe zu nutzen “. Bretz empfiehlt auch den Osnabrücker Betrieben Grippeschutzimpfungen für ihre Belegschaft.

Der Landestrend bei den psychischen Erkrankungen sieht anders als in der Region Osnabrück aus. Während es in Niedersachsen 217 Fehltage gab, verzeichnete die DAK in Stadt und Landkreis Osnabrück nur 169 Fehltage. Der Report erklärt das mit der geringeren durchschnittlichen Erkrankungsdauer um rund 10 Prozent. Die Patienten erkrankten im Schnitt nur 29 Tage gegenüber den 32 Tagen im Vorjahr. Die Fälle psychischer Erkrankungen wie Depressionen erhöhten sich zum Vorjahr hingegen um 2,2 Prozent.

Der Osnabrücker Neurologe Dr. Christoph Schenk erklärt die geringere durchschnittliche Dauer der Erkrankung: „Die Depression durfte in den letzten Jahren mehr gelebt werden als jetzt. Heute macht der Arbeitgeber mehr Druck, dass die psychisch Kranken wieder zum Dienst kommen.“

Im Landesschnitt hingegen stieg die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen von 2007 bis 2013 kontinuierlich an. Gegenüber 2007 erhöhte sich die Zahl um 40 Prozent. Dafür liefert der DAK-Bericht drei Erklärungsansätze. Einerseits seien Ärzte und Betroffene offener für diese Diagnose, sodass Ärzte mehr psychische als somatische Erkrankungen diagnostizieren. Höhere Anforderungen in der Arbeitswelt hätten zudem zur Folge, dass es immer schwieriger werde, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn der Patient eine psychische Erkrankung habe. So seien „Schonarbeitsplätze“ weggefallen, und anspruchsvollere Dienstleistungstätigkeiten hätten zugenommen.

Aufgrund dieses landesweiten Trends habe die DAK bei diesem Gesundheit sreport auch die „Rushhour des Lebens“ in den Blickpunkt genommen, so Bretz. Dabei stünden die 25- bis 39-Jährigen im Fokus, weil in dieser Zeit alles passieren müsse: „Heiraten, Kinderkriegen, Karriere.“ In dieser intensiven Lebensphase, wo viele nur noch wenig Zeit für sich hätten und sportliche Betätigung immer mehr ins Hintertreffen gerate, würden auch die Grundlagen für Erkrankungen im späteren Erwerbsleben gelegt. Nach einer repräsentativen Befragung treiben fast doppelt so viele erwerbstätige Kinderlose Sport (38 Prozent) wie erwerbstätige Eltern (20 Prozent). Der meistgenannte Wunsch (74 Prozent) zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die Teilzeit.

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