Filme drehen Die Welt in Stop-Motion: Workshop vom Ruller Haus

Von Kai von Häfen

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Die jungen Filmemacher drehen unter anderem am Piesberger Gesellschaftshaus ihre eigenen Filme. Künstler Yukihiro Taguchi unterstützt sie dabei.Foto: Jörn MartensDie jungen Filmemacher drehen unter anderem am Piesberger Gesellschaftshaus ihre eigenen Filme. Künstler Yukihiro Taguchi unterstützt sie dabei.Foto: Jörn Martens

Osnabrück/Wallenhorst. Wie von Zauberhand wandern Stühle über die Bühne und Stifte über Tische. Manchmal ruckeln auch Menschen durchs Bild und bewegen sich dabei zackig wie in Aufnahmen aus den 1920er-Jahren. Stop-Motion heißt das im Filmjargon, eine Technik die Kinder in einem Workshop vom Ruller Haus in den Ferien lernen. Mit Hilfe vom Profi.

Bild, die Szene ein bisschen weiterstellen, Bild, und wieder geht es ein kleines bisschen weiter. Stop-Motion-Filme zu drehen ist eine Kunst, für die es Geduld und viel Liebe zum Detail braucht. Der Japaner Yukihiro Taguchi weißt das, er gehört zu den Besten seines Fachs, und er sorgt auch gleich für den richtigen Nachwuchs. In einem Ferienworkshop vom Ruller Haus bringt er Nachwuchskünstlern die Stop-Motion-Technik bei und ist begeistert von seinen Schülern: „Die Kinder haben tolle Ideen, sie haben mich hier auch schon inspiriert“, sagt er. Ein Kompliment, das etwas zu bedeuten hat, der Künstler hat schließlich schon in Berlin, Brasilien und in seiner Heimat Filme gedreht. Eineinhalb Monate dauern seine Dreharbeiten, so lange Zeit haben die Kinder natürlich nicht, das heißt aber noch lange nicht, dass sie mit weniger Detailverliebtheit an ihren Filmen arbeiten. Die elfjährigen Mara, Greta und Rebeca haben zum Beispiel extra gemeinsam übernachtet bis tief in die Nacht hinein zusammen ein richtiges Drehbuch für ihren Film geschrieben. Ein Stop-Motion-Krimi mit Entführung und Verfolgungsjagd – alles in nur einer Minute und 46 Sekunden. „Für eine Sekunde brauchen wir 10 Bilder“, erzählen die jungen Filmemacherinnen. „Yuki hilft uns ganz schön, ich finde es auch total gut, dass er hier Kindern zeigt, wie man alles macht. Das hat er ja gar nicht nötig,“ sagt Rebeca. Geholfen hat er auch Tilo, Gabriel und Max, auch sie haben zusammen einen Film gedreht. Dabei drehen sich auf der Bühne Stäbe wie von selbst umeinander und wandern durch den Raum. „Man muss einfach die Augen aufmachen und sich Gedanken machen, dann kommt man auch auf so was“, sagt der zehnjährige Max, und Tilo, auch zehn Jahre, findet, dass manchmal auch etwas Unvorhergesehenes passieren darf. „Vorhin hab ich an der Bühne gearbeitet, und dann hat der Vorhang geweht, das war nicht geplant, aber sah auf dem Bild total gut aus. Ich hab das dann so gelassen.“ Kunst muss eben nicht immer perfekt sein. „Die Kinder haben sofort viele Ideen, gestern haben wir zur Einführung einen Laubhaufen im Film laufen lassen, und heute haben wir schon viele verschiedene Filme“, ist Workshopleiterin Elisabeth Lumme von der Kreativität begeistert.

Nach den Stationen im Kinder- und Jugendtreff Haste und dem Piesberger Gesellschaftshaus geht es für die Kinder noch zum Museum Industriekultur, dort können sie in der Ausstellung Filme drehen und dabei auch noch etwas über das Museum lernen. Im Medienzentrum können sie dann ihre Filme schneiden und mit Musik unterlegen, bevor es am Freitag dann spannend wird. Denn um 17 Uhr werden ihre fertigen Werke dann öffentlich im Museum Industriekultur gezeigt. „Das ist ein tolles Gefühl, wenn alle dann deinen Film sehen“, freut sich Rebeca schon darauf. Hauptdarsteller sind die Kinder auch – „Yuki“ hat nebenbei ein Making-of gedreht, natürlich in Stop-Motion.


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