Unsere Große Koalition in Berlin Abgeordnete Berghegger und Spiering im Politik-Talk

Von Stefanie Adomeit

Im Newsdesk-Raum berichteten (von links) Rainer Spiering und André Berghegger Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit von ihrem ersten Jahr in Berlin. Foto: Jörn MartensIm Newsdesk-Raum berichteten (von links) Rainer Spiering und André Berghegger Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit von ihrem ersten Jahr in Berlin. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Große Koalition hat sich unter der Reichstagskuppel eingerichtet. Seit einem Jahr regieren Schwarz und Rot gemeinsam. Als kleine Große Koalition vertreten CDU-Mann André Berghegger und SPD-Recke Rainer Spiering das Osnabrücker Land im Bundestag. Wie sich die beiden „Lebensabschnittsgefährten“ eingelebt haben, politisch und privat, erzählen sie Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit im Politiktalk der Neuen OZ auf os1.tv.

Sie leben in zwei Welten. In den Berliner Sitzungswochen sind Spiering und Berghegger Teil der großen Politik, beschäftigen sich mit Isis und Ukraine. „In Berlin ist es eine besondere Situation, ein großer Betrieb, der jeden beeindruckt, der hinter die Kulissen guck t“, auch ihn, bekennt André Berghegger . Zu Hause geht’s dann um die Folgen des Abschieds von der Milchquote oder den Zoff um die geplanten Höchstspannungsleitungen. „Ich bin nahtlos aus der Kreistagsarbeit in Berlin angekommen. Die Arbeit zeigt den Weg“, zeigt sich Spiering dagegen selbstbewusst.

Und wie läuft’s mit der GroKo in Berlin? „Sehr professionell, vertragsloyal und -konform“, findet Spiering. „Wir haben ein professionell gutes Verhältnis.“ Trotz unterschiedlicher Meinungen gebe es eine verlässliche Partnerschaft, lobt sein Kollege André Berghegger die Koalitionspartner.

Die Feuertaufe am Rednerpult haben beide hinter sich. „Ganz entspannt“ sei er bei seiner Jungfernrede zur Milchviehhaltung gewesen, erinnert sich Spiering. Der Bundesadler im Rücken habe ihn schon gedrückt, bekennt Berghegger, der sich mit einem Antrag der Grünen auseinandersetzte, die den Kommunen eine Milliarde Euro zusätzlich gewähren wollten. Doch nach neun (Berghegger) und fünf (Spiering) Auftritten unterm Adler ist bei beiden Routine eingekehrt. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie in ihren Wunschausschüssen mitarbeiten dürfen, Berghegger im Innen- und Haushaltsausschuss, Spiering im Bildungs- und Landwirtschaftsausschuss. „So können wir für die Region vier Themenfelder besetzen“, freut sich Spiering.

Ein Thema, das beide bewegt, sind die geplanten Höchstspannungsleitungen in der Region. Eine Gesetzesänderung, um mehr Leitungen unter die Erde zu bringen , sei nicht geplant, berichten sie, raten aber dazu, Amprion genau auf die Finger zu schauen, wenn es um Abstände und Reichweiten geht.