Osnabrückhalle Bodo Wartke hat sich dem Swing verschrieben

Von Tom Bullmann

Bodo Wartke 
              
              Foto: PRBodo Wartke Foto: PR

Osnabrück. Er ist Klavierkabarettist, frönt seiner Liebe zum Swing aber seit einiger Zeit im Big-Band-Format: Bodo Wartke. Mal singt er seine lustigen Lieder allein zum Piano, in der Rolle des „Königs Ödipus“ ist er als Solo-Schauspieler unterwegs und mit dem Capital Dance Orchestra präsentiert er seinem Publikum „Swingende Notwendigkeit“ – Letzteres am Sonntag, 9. November in der Osnabrückhalle. Anlässlich dieses Auftritts sprachen wir mit dem Künstler über Lindy Hop und die Freiheit, tanzen zu dürfen.

Herr Wartke, mit Ihrem Orchester-Programm haben Sie sich endgültig dem Swing verschrieben. Woher stammt die Faszination?

Im Teenageralter bin ich in die Tanzschule gegangen und habe Swing dort schon toll gefunden. Was den Tanz angeht, hat mir da allerdings etwas gefehlt: Alles war Standard, reglementiert, für mich zu sehr etepetete. Das ausgelassene, improvisierte, an keine Regeln gebundene Tanzen habe ich dann entdeckt, als ich bei einer Lindy-Hop-Veranstaltung war. Ich spürte: Hier bin ich genau richtig.

Es scheint ja seit einiger Zeit geradezu ein Lindy-Hop-Revival zu geben.

Richtig. Wenn man bedenkt, dass der Stil in den 1930er-Jahren im „Savoy Ballroom“ in New Yorker Stadtteil Harlem erfunden wurde und während des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit total in Vergessenheit geriet, ist es schon verrückt, dass der Lindy Hop jetzt ausgerechnet über Schweden wieder in Mode gekommen ist.

Sie sind es gewohnt, als Solokünstler aufzutreten. Legt Ihnen das Spiel mit einem Orchester nicht zu sehr ein Korsett an?

Nun, es bringt neue Zwänge und neue Freiheiten mit sich. Natürlich müssen die Breaks und Pausen, die ich sonst selbst setze, mit Orchester punktgenau passen. Das muss geprobt werden, damit wir zu einem Organismus zusammenwachsen – durchaus eine Herausforderung. Andererseits bietet mir die Orchesterbegleitung die Freiheit, tanzen zu können. Ich habe zwar auch schon einmal Cha-Cha-Cha getanzt, während ich Flügel spielte. Aber jetzt kann ich mich über die ganze Bühne bewegen, mit meinen Backgroundsängerinnen tanzen oder auch mal mit David Canisius, dem Musikalischen Leiter des Capital Dance Orchestra. Von dieser Freiheit mache ich freudigst Gebrauch.

David Canisius sind Sie offenbar zufällig auf dem Wiener Flughafen begegnet…

Genau. Er war in Begleitung von Sharon Brauner, einer Berliner Sängerin, die ich schon lange kenne und die einen Song von mir in ihrem Repertoire hat. Sie stellte mich vor, ich lud die beiden zu einer Show von mir ein. Später traf ich David auf dem Berlin Lindy Exchange wieder, und wir beschlossen, auch mal zusammen zu musizieren. Eine glückliche Fügung.

Lohnt sich denn der Aufwand, mit einem 16-köpfigen Orchester und der Entourage, die dafür nötig ist, auf Tour zu gehen?

Ich schaue da nicht aufs Geld. Aber ich erfülle mir einen Wunschtraum, und dafür lohnt sich der Aufwand hundertprozentig. Allein der Spaß, den wir gemeinsam auf der Bühne haben, ist es wert.

Was darf das Publikum denn erwarten, wenn Sie jetzt in der Osnabrückhalle auftreten?

Wir werden einen Querschnitt durch mein gesamtes Repertoire spielen, plus einige aktuelle Nummern, das Ganze in eine fröhliche Big Band-Show mit viel Tanz verpackt.

Osnabrück-Halle: Sonntag, 9. November, 19 Uhr. Bodo Wartke & The Capital Dance Orchestra – „Swingende Notwendigkeit”.