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05.11.2014, 17:32 Uhr HILFE FÜR BEHINDERTE BESUCHER

Barrierefreier Jahrmarkt: Gut gemeint, schlecht gemacht

Kommentar von Sebastian Stricker

Eine Kelle als Signal für ein Hilfsgesuch? Klingt praktisch, ist aber kaum zumutbar. Foto: Nancy KnäuperEine Kelle als Signal für ein Hilfsgesuch? Klingt praktisch, ist aber kaum zumutbar. Foto: Nancy Knäuper

Osnabrück. Gut gemeint ist nicht immer gleich gut gemacht. Der Praxistest auf dem Osnabrücker Herbstjahrmarkt zeigt: Menschen mit Behinderungen können das Erlebnis – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt genießen.

Ob nun trotz oder gerade wegen der Vorkehrungen, die Schaustellerverband als Organisator und Stadt als Veranstalter getroffen haben, ist Auslegungssache.

Halten wir fest: Wo Hilfe gewünscht wurde, kam sie – zwar manchmal spät, dafür zupackend und herzlich. Die zur Verfügung gestellten Mittel, welche den Behinderten eine umfassende Teilhabe ermöglichen sollen, werden dadurch aber nicht tauglicher. Eine Kelle als Signal für ein Hilfsgesuch? Klingt praktisch, ist aber kaum zumutbar. Peinlich auch, dass vielen Schaustellern ihr Einsatz offenbar gar nichts sagt.

Am besten erkundigen sich Ausrichter und Marktbeschicker vor dem nächsten Jahrmarkt bei Betroffenen, wie sie sich Barrierefreiheit vorstellen.


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