Auswirkungen des Berufsalltags Osnabrücker Doktorandin erforscht die mobile Familie

Wie wirkt es sich auf die Familie aus, wenn ein Elternteil beruflich viel unterwegs ist? Dieser Frage geht eine Doktorandin der Hochschule Osnabrück nach. Foto: dpaWie wirkt es sich auf die Familie aus, wenn ein Elternteil beruflich viel unterwegs ist? Dieser Frage geht eine Doktorandin der Hochschule Osnabrück nach. Foto: dpa

pm/sst Osnabrück. Wer Vollzeit arbeitet, ist manchmal viel unterwegs und auch nachts nicht zu Hause. Eine Doktorandin der Hochschule Osnabrück untersucht, wie sich extreme berufliche Mobilität auf Familien auswirkt. Für ihre Studie sucht sie Interviewpartner.

Knapp fünf Prozent der Vollzeit erwerbstätigen Personen zwischen 25 und 54 Jahren aus Deutschland, Frankreich, Belgien, der Schweiz, Polen und Spanien sind regelmäßig aus beruflichen Gründen über Nacht nicht zu Hause. Dieses Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie stammt bereits aus dem Jahr 2007. Die Soziologin Lisa Hoffmann aus Osnabrück knüpft mit ihrer Untersuchung daran an.

Hohe Erwartungen

„Berufliche Mobilität wird von Politik und Wirtschaft zunehmend erwartet“, erklärt sie. Familien seien hier im wachsenden Maße gefordert. „Ist ein Partner beruflich mobil, stellen sich die Herausforderungen, mit denen Familien im Allgemeinen konfrontiert sind, in verschärfter Form.“ Untersuchungen konnten unter anderem nachweisen, dass die berufliche Mobilität Auswirkungen auf die Entscheidung zur Elternschaft haben kann.

„Allerdings ist wenig über die Bewältigung des Alltags und die damit verbundenen Handlungsstrategien bekannt. Auch die Frage, welche Auswirkungen die berufliche Mobilität auf die Familiengesundheit haben kann, ist noch offen.“ Die Ergebnisse von Hoffmanns Arbeit sollen einen Einblick in die Lebenswelt betroffener Familien geben und zur Debatte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.

Teilnehmer gesucht

Für ihr Forschungsprojekt sucht Lisa Hoffmann noch Interviewpartner. Es können alle Familien an der Studie teilnehmen, in denen mindestens ein erwachsener Partner regelmäßig aus beruflichen Gründen über Nacht unterwegs ist und bei denen Kinder mit im Haushalt leben.

Interessenten können sich bei Lisa Hoffmann unter der E-Mail-Adresse hoffmann@wi.hs-osnabrueck.de melden.

Hoffmann ist Promovendin im Forschungskolleg „Famile - Familiengesundheit im Lebensverlauf“. Das Kolleg ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule Osnabrück und der Universität Witten/Herdecke und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.