Forum in Osnabrück Umweltminister Wenzel lobt Klimaschutz in der Region

Von Jean-Charles Fays


Osnabrück.Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel hat auf dem Klimaschutz-Forum in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Dienstag die wegweisende Zusammenarbeit der Landkreise Osnabrück und Steinfurt mit den Städten Rheine und Osnabrück beim Klimaschutz gelobt.

Er machte auch deutlich, dass die ambitionierten „ganz stark auch eine mentale Frage“ sind. „Nur gemeinsam können wir was erreichen“, betonte er. Die vier Mitglieder des Programms „100 Prozent Klimaschutz“ hätten sich als einzige bundeslandübergreifende Masterplanregion zum Ziel gesetzt, bis 2050 die CO2-Emissionen um 95 Prozent und den Energieverbrauch um 50 Prozent zu senken . „Solche Ziele erreicht man nur durch eine optimale Kommunikation, wie sie diese Region vorlebt, und durch wichtige Impulse von außen, wie sie etwa durch die spannenden Diskussionen auf diesem Klimaschutz-Forum gegeben werden“, sagte Wenzel am Rande des Forums unserer Redaktion.

Politisch forderte Wenzel einen höheren Preis für Emissionszertifikate. Diese Verschmutzungsrechte seien in Deutschland viel zu billig. „Während in der Schweiz 50 Euro pro Tonne CO2 bezahlt wird, kostet eine Tonne in Deutschland nur 5 Euro“, ergänzte Wenzel nach dem Forum. Das würde die falschen Anreize setzen. „Während die schmutzigen Braunkohlekraftwerke in der Schweiz so zuerst aus dem Markt gedrängt werden, ist das in Deutschland leider nicht der Fall.“

Landrat Michael Lübbersmann plant Anreize für Unternehmen, die in erneuerbare Energien investieren. Zudem könne Biomasse zur Kompostierung auch in anderer Hinsicht sinnvoll genutzt werden – etwa, um daraus später Biokohle zu machen . Bei der Finanzierung müssten dann vielleicht auch Bürger beteiligt werden. Er nahm auch die Medien in die Pflicht, mehr zu berichten, um Klimaschutz „in die Köpfe der Menschen“ zu bringen.

Der Stadtbaurat Frank Otte ging auf die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Osnabrück ein und wies darauf hin, dass die Stadt auf den Landkreis zur Energieproduktion angewiesen sei. „In der Stadt gibt es keine Flächen für Biogasanlagen, Flächenfotovoltaik und Windparks “, begründete Otte. Er forderte mehr rechtliche Möglichkeiten, um Elektrofahrzeuge zu begünstigen und etwa die Hasestraße für Fahrzeuge, die noch CO2 ausstoßen, dichtzumachen.

Der DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann und Professor Ulrich Scheele von der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung forderten bei der abschließenden Podiumsdiskussion die Industrie und die Bürger auf, Energie einzusparen, da in diesen Bereichen das größte Potenzial sei.

Beim Klimaschutz-Forum des Kompetenzzentrums Energie der Hochschule Osnabrück hatten zuvor Experten aus Politik, Verwaltung, Planungs- und Ingenieurbüros, Klimaschutzinitiativen und Forschung über das Thema „Klimaschutz: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“ diskutiert.