Impressionen von Natur und Stille Arbeiten von Isabel Glapa in der Galerie Hamm

Von Tom Bullmann

Waldlandschaft von Isabel Glapa. Foto: Gert WestdörpWaldlandschaft von Isabel Glapa. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Es ist die Natur, der Wald, die Stille, die es Isabel Glapa angetan haben. Das Gefühl vermittelt jedenfalls die Ausstellung in der Galerie Dr. Ulrike Hamm, die bis zum 15. November Zeichnungen und Fotografien der Osnabrücker Künstlerin zeigt.

Es muss die Umgebung gewesen sein, die Glapa zu ihren Zeichnungen inspiriert hat: Drei Monate verbrachte sie 2013 im Stift Börstel. Im Rahmen des alle zwei Jahre vergebenen Franz-Hecker-Stipendiums arbeitete sie dort in der Abgeschiedenheit eines kleinen Ateliers. Sie unternahm ausgiebige Waldspaziergänge, um Fotos oder Skizzen anzufertigen, um Eindrücke aufzunehmen, die sie schließlich in zahlreiche Zeichnungen umsetzte. „Wald“ wurde für einen bestimmten Zeitrahmen für sie zum Motto.

Die Kunst, die sie produziert, ist jedoch nicht immer still. So setzte sie im vergangenen Herbst einen Jahrmarktausrufer in einem schrill bemalten „Rekommandeur“-Häuschen vor den eher avantgardistisch anmutenden Wewerka-Kunst-Pavillon in Münster. Die performative Installation, die sie zusammen mit ihrem Kommilitonen Niklas Fischer unter dem Titel „Hinein ins Vergnügen“ realisierte, bildete einen Kontrapunkt zu den fast meditativen „Wald“-Bildern, die jetzt in der Galerie Hamm zu sehen sind. Mit scheinbar schnellem Strich zeichnet sie die Natur-Impressionen mit Tusche oder Kreide auf Papier. Nur bei wenigen Arbeiten setzte sie auf Aquarelltechnik – auch hier bei sehr reduzierter Farbauswahl.

Angereichert hat Glapa ihre Ausstellung mit einigen wenigen Fotografien im Eingangsbereich der Galerie. Die neun am Computer bearbeiteten Aufnahmen fasste Glapa unter dem Titel „Ortskunde I.–IX. “ zusammen. Es handelt sich um Shots, mit denen sie sich ihre Umgebung aneignet. Sie betont Elemente durch grafische Reduktion anderer. So variiert sie das typische Porträt dreier Gipfelstürmer vor schneebedecktem Berg, indem sie im Vordergrund eine Wanderin hervorhebt, die sich schwertut, ebenfalls nach oben zu kommen. Außerdem ruft Glapa den Effekt hervor, als handele es sich um eine alte, verblichene Aufnahme.

Galerie Dr. Ulrike Hamm (Bissendorf, Am Eistruper Berg 18): „Ortskunde 2011– 2014“. Bis 15. November, Fr. und Sa. 15–18 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 05402/ 1025 oder ulrike.hamm@gmail.com