Erfinderische Hochschulstudenten Osnabrücker Studenten entwickeln Apps und Onlineplattformen

Von Kai von Häfen

OsnApp, Mapuro und beAqueen heißen die Entwicklungen von Osnabrücker Studenten der Informatik und Medieninformatik. Damit kann man die Stadt erkunden sowie gezielt ein- und verkaufen. Foto: Swaantje HehmannOsnApp, Mapuro und beAqueen heißen die Entwicklungen von Osnabrücker Studenten der Informatik und Medieninformatik. Damit kann man die Stadt erkunden sowie gezielt ein- und verkaufen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Oft heißt es, dass die Forschung und Entwicklung von Studenten außerhalb des Campus kaum jemanden interessiert. Drei studentische Gruppen der Hochschule haben jetzt den Gegenbeweis erbracht. Zusammen mit örtlichen Unternehmen und der Universität haben sie Projekte auf die Beine gestellt, die für jeden Osnabrücker nützlich sind – und auch für so manchen Besucher.

Mit der OsnApp der angehenden Medieninformatiker Edgar Julca, Marcel Krause und Hauke Rehme soll zum Beispiel eine Computeranwendung auf den Markt kommen, die Einblicke in die Geschichte, Bau- und Kunstformen verschiedener Sehenswürdigkeiten der Stadt verschafft. Neben den klassischen Zielen sind auch Street-Art und die Stolpersteine mit dabei. Über eine Karte können bestimmte Punkte angepeilt und Infos abgerufen werden.

Bei der Entwicklung haben die drei Studenten sich die Hilfe von 20 Uni-Kommilitonen der Kunstgeschichte geholt. Herausforderungen gab es bei der Umsetzung genug, denn die Kunsthistoriker sind wiederum keine Programmier-Experten, so Edgar Julca.

„Die App sollte für Nutzer selbsterklärend sein. Auch die Technik dahinter mussten wir möglichst einfach konzipieren, damit Kunstgeschichtsstudierende auch in Zukunft ohne Probleme ihre Inhalte einpflegen können.“

Einkaufsratgeber

Weniger um Kunst, dafür genauso um Infos geht es bei der App „beAqueen“, die acht Informatikstudenten zusammen mit der IT-Firma Logentis entwickelt haben. Die Idee: Mit der App soll die sogenannte iBeacon-Technologie für Shopping genutzt werden. Die kleinen Kästen liegen in Geschäften und senden per Bluetooth Signale aufs Smartphone. Die können dann Infos zum Produkt aus dem Internet laden.

Bisher wird das in Apple Stores eingesetzt, mit der App sollen auch Smartphones mit Android die iBeacons nutzen können, und das beim Shopping. „Bei Annäherung an mit iBeacons ausgestatteten Verkaufsflächen erhalten Kunden zusätzliche Informationen auf ihre Smartphones“, erklärt der Sprecher des Studententeams, Michael Teeken.

„Es können zusätzliche Bilder zum Produkt, Infos zu dessen Herkunft oder auch Hinweise auf Sonderaktionen sein.“ Die Applikation ruft übrigens nicht nur in Osnabrück Interessenten auf den Plan, auch aus Süddeutschland gibt es bereits Anfragen.

Benefiz-Flohmarkt

Einen anderen Ansatz verfolgen sieben Medieninformatikstudenten: Kaufen und verkaufen kann man bei ihrer Onlineplattform Mapuro zwar auch, aber alles für einen guten Zweck. Die Idee dahinter ist einfach: Verkäufer spenden den Erlös aus ihren Auktionen an ausgewählte regionale Projekte oder Hilfsorganisationen. Damit können zum Beispiel Städte und Gemeinden die Plattform nutzen, um eigene Projekte für die Allgemeinheit mit der Hilfe ihrer Bürger umzusetzen. Wenn zum Beispiel ein neuer Spielplatz entstehen soll, könnten die Kommunen das auf der Website veröffentlichen. Die Mapuro-Mitglieder können dann ihren Keller oder Dachboden nach Dingen durchsuchen, die sie nicht mehr brauchen, und über die Plattform versteigern. Die Erlöse gehen dann an Dritte.