Tipps aus der Region Gesund und munter durch die Erkältungszeit

Von Johanna Kollorz


Osnabrück. Wie kommt man gesund und munter durch die Erkältungszeit? „Mit einem persönlichen Rhythmus geht das am Besten“, sagt der Physiotherapeut Jürgen Berner, Studioleiter und Inhaber des FFS-Rehasportcenters in Wallenhorst. Regelmäßiger Sport und ein gezieltes Training der Muskulatur seien dabei genauso wichtig wie Zeit zur Entspannung.

„Diese beiden Faktoren bilden die Basis für unser gesamtes Wohlbefinden und Handeln. Wer am Ball bleibt und die gewisse Verantwortung für sich selbst erkennt, schafft damit eine Grundlage, die ihm im Alltag immer wieder zugute kommt“, betont der Fitnessfachmann, der regelmäßiges Sporttreiben als „eine gute Investition in die eigene Aktie namens Lebensqualität“ beschreibt.

Wie Saunagänge die Abwehrkräfte stärken, schildert Dieter Grünewälder, Angestellter im Carpesol Bad Rothenfelde: „Beim Schwitzen steigt die Körpertemperatur um circa zwei Grad. Das fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Der Wechsel durch kaltes Duschen oder Tauchbäder härtet ab, vermehrt die gesunden Körperzellen und wirkt wie ein inneres Fitnesstraining“. Regelmäßige Sitzungen im Dampfbad (eine beliebte Saunavariante mit vergleichsweise geringer Temperatur, aber 100 Prozent Luftfeuchtigkeit) linderten unter anderem Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis und Asthma.

Grippenschutzimpfung

Ende September/Anfang Oktober steht jährlich die Zeit der Grippeschutzimpfung ins Haus. Zwar muss man deutlich zwischen einer einfachen Erkältung und einer echten Grippe unterscheiden. Dennoch sind die Viren beider Erkrankungen von der Struktur her häufig ähnlich und können bei Personen mit Impfschutz für einen milderen Verlauf der Symptome sorgen.

„Laut Aussage der Institute für Infektionskrankheiten rollt zurzeit keine Grippewelle an. Es ist also noch nicht zu spät zum Impfen. Offiziell empfohlen wird die Impfung für Personen über 60 Jahre, Kranken- und Altenpfleger, Lehrer, Kindergärtner, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen“, zählt der Internist und Diabetologe Dr. Detlev Ritter aus Osnabrück auf. Um gewappnet zu sein, falls doch noch eine Epidemie kommt, sollte die Impfung laut Ritter spätestens Ende November erfolgt sein. „Zum Schutz vor gewöhnlichen Erkältungen können wir Ärzte auch nichts anderes empfehlen als allgemein Bekanntes wie regelmäßige Bewegung und Entspannung, häufiges Händewaschen, die Räume nicht zu überheizen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend zu trinken“, sagt Ritter.

Altbewährte Mittel

Soweit die Theorie. In der Praxis kommt es trotzdem oft genug anders, und die Nase beginnt zu laufen und der Hals zu schmerzen. Hat die Erkältung einen erst einmal erwischt, schwört die Hauswirtschaftsmeisterin Maria Anneken aus Bissendorf-Ellerbeck auf die altbewährten Mittel: Kräutertee trinken, Bettruhe und Schwitzen. „Gut geeignet ist zum Beispiel Melissentee. Der wirkt beruhigend und schleimlösend. Gegen leichten Schnupfen hilft Holunderblütentee mit Honig und Zitronensaft“, sagt Anneken.

Mit Thymian sei ein weiteres Kraut gegen Husten, Bronchitis und sogar leichte Lungenentzündungen gewachsen. Thymiantee eigne sich auch gut zur Inhalation.

„Ein günstiges, aber ebenfalls sehr wirksames Mittel gegen Erkältungen sind Zwiebeln, da sie natürliche Antibiotika enthalten. Einfach drei bis vier Zwiebeln klein schneiden, mit vier Esslöffeln Zucker bestreuen den Saft ziehen lassen und davon stündlich einen Teelöffel einnehmen“, rät die Hauswirtschaftsmeisterin.

Brustumschläge

Auch mehrmals täglich (vor allem vor dem Schlafengehen) angewendete Brustumschläge bringen laut Anneken Linderung: „Wirksam ist etwa eine Mischung aus vier Esslöffeln Rizinusöl und zwei Esslöffeln Terpentin. Das Öl wird erwärmt, das Terpentin zugefügt, die Brust gut eingerieben und mit warmen Tüchern abgedeckt.“

Als wirksame Varianten zählt die Hauswirtschaftsmeisterin außerdem einen warmen Lappen mit Schmalz und Muskat und ein Mulltuch mit weich gekochten Stampfkartoffeln auf. „Bei Halsschmerzen kann man sich auch einen Socken, den man am Tag getragen hat, mit der Fußseite an den Hals legen und einen Schal darum wickeln“, gibt Anneken abschließend einen etwas befremdlich wirkenden Tipp.

Warm anziehen

Generell gesehen empfiehlt es sich, so langsam auf wärmere Kleidung umzusteigen und insbesondere den Hals- und Brustbereich und die Füße stets schön warm zu halten. Petra Jahn, Inhaberin des Fachgeschäfts „Wolle & Co.“ im Oeseder Zentrum mit einer Zweigfiliale in Bad Rothenfelde, hat diesbezüglich zwei Tipps: „Schals und Pulswärmer aus Alpakawolle sind um ein vielfaches wärmer als die aus Schurwolle. Selbst gestrickte Filzpuschen aus Merinowolle halten ebenfalls superwarm.“

Auch Christian Böckenförde, Inhaber der Hüggel-Apotheke in Hasbergen, empfiehlt in erster Linie keine Medikamente, sondern wiederholt die folgenden drei Faktoren: „Warm anziehen, regelmäßig Sport treiben und eine ausgewogene Ernährung. Ob die benötigten Vitamine dem Körper über Nahrungsergänzungsmittel oder über Obst und Gemüsesorten zugeführt werden, die gerade Saison haben, spielt eigentlich keine Rolle.“