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03.11.2014, 17:56 Uhr KRITIK AN OSNABRÜCKER ASIEN-WELT

Affige Kollegenschelte aus dem Allwetterzoo Münster

Kommentar von Sebastian Stricker

Was früher im Zoo Osnabrück ein nackter Betonfelsen war, stellt sich heute als ruinenhafter Affentempel dar. Angkor Wat stand Pate. Foto: Gerd WestdörpWas früher im Zoo Osnabrück ein nackter Betonfelsen war, stellt sich heute als ruinenhafter Affentempel dar. Angkor Wat stand Pate. Foto: Gerd Westdörp

Osnabrück. Vor zwei Jahren hat das Great Ape Project alle Zoohaltungen von Menschenaffen in Deutschland untersucht. Ergebnis: verheerend. Osnabrück wurde empfohlen, die Orang-Utan-Haltung aufzugeben. Eingeschränktes Lob gab es nur für das Schimpansengehege.

Die Verantwortlichen am Schölerberg fassten also einen Entschluss. Buschi und Astrid bekommen bald ein neues Haus. Die Millionen dafür werden gerade aufgetrieben – eine Aufgabe, an der sich viele Osnabrücker beteiligen und spenden. Der Zoo baut auf ihre Hilfe: Mangels öffentlicher Zuschüsse hat er das Solidaritätsprinzip zum Geschäftsmodell erhoben.

Von der Stadt Münster stark subventioniert, kann der Allwetterzoo anders arbeiten. Trotzdem fiel auch er beim Menschenaffen-Check 2012 durch – und schaffte daraufhin Schimpansen ab. Auch konsequent. Aber den regionalen Rivalen nun auf Basis von Unterstellungen und Geschmacksfragen für seine Lösung zu schelten, ist einfach affig.


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