NOZ-Blätterwald in Bramsche Ein Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Prüfender Blick auf den Durchmesser des Baumstamms: Klaus Meyering und Helga Scholz mit dem Harvester „Timberjack“ in einem Nadelwald. Foto: Julia KuhlmannPrüfender Blick auf den Durchmesser des Baumstamms: Klaus Meyering und Helga Scholz mit dem Harvester „Timberjack“ in einem Nadelwald. Foto: Julia Kuhlmann

Bramsche. Durch den Wald zu gehen und zu schauen, wo durchgeforstet werden muss, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Bezirksförsterin Helga Scholz. Die Forstamtfrau ist im Auftrag des Forstamts Weser-Ems für Privatwald in Bramsche-Engter zuständig und erklärt beim Gang durch den Wald, worauf es bei nachhaltiger Forstwirtschaft im Ökosystem Wald ankommt.

Ein Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume und auch viel mehr als ein reiner Rohstofflieferant: Er ist ein vielfältiger Lebensraum sowie ein Erholungsort. Waldbau, die klassische Disziplin der Forstwirtschaft, hat zum Ziel, diese Vielfalt zu erhalten und dabei das Wachstum von Waldbeständen und Einzelbäumen so zu beeinflussen, dass der Wald die an ihn gestellten Ansprüche, darunter Wertsteigerung und Stabilität, erfüllen kann.

Nachhaltige Forstwirtschaft betrachtet den Wald also immer in seiner Gesamtheit. So geht der Blick von Helga Scholz regelmäßig vom Waldboden bis in die Kronen der Bäume.

Die erfahrene Försterin sieht sofort, wo ein Baum von seinen Nachbarn so bedrängt wird, dass er keine Chance hat, eine gut geformte Krone zu entwickeln. Und auf die, erläutert Scholz, kommt es an. „Nur ein Baum, der eine vernünftige Krone hat, hat weiter Zuwachs, ist standfest, kann genug Wasser aus dem Boden pumpen und trotzt Angriffen von Sturm und Insekten.“

Mit leuchtender Farbe markiert die Bezirksförsterin die Bäume, die gefällt werden sollen. Eine natürliche standortgemäße Naturverjüngung ist das Ziel. „Ein guter Förster spielt mit dem Licht“, sagt Helga Scholz und zeigt auf sehr helle Flächen im Wald, die von Brombeeren überwuchert werden, und auf sehr dunkle Stellen, auf denen Naturverjüngung keine Chance hat hochzukommen.

Irgendwo dazwischen liegt das Ideal, das jungen Bäumchen, die sich selbst ausgesät haben, ein Wachstum ermöglicht. Im Nadelwald treffen wir auf Klaus Meyering, der dort mit dem sogenannten Harvester arbeitet und die Bäume fällt, die Scholz ausgezeichnet hat. Erstaunlich gelenkig bewegt sich die schwere Maschine durch den Wald. Knickgelenkt fährt der Harvester auf festgelegten Rückegassen, Reisigmatten vor den dicken Reifen schützen zudem den Boden.

„Wir achten sehr darauf, Beschädigungen auf den sensiblen Waldböden zu vermeiden, indem wir versuchen, Wetter und Holzeinschlag aufeinander abzustimmen, um nur auf tragfähigen Böden zu fahren“, sagt Scholz.

Am langen Greifer des Harvesters befindet sich ein Aggregat, das nicht nur den Baum fällt, sondern auch sofort ermittelt, für welchen Zweck das Holz geeignet ist. So wird es gleich in passende Längen geschnitten und in Sortimenten abgelegt.

So ein Harvester kennt sich gut mit Bäumen aus: Er ermittelt immer das beste Holzergebnis aus einem Baum. Die Maschine kommt in Nadelwäldern und bei schwachem Laubholz zum Einsatz, dickere Bäume werden von Hand gefällt.

Nicht immer fliegen Klaus Meyering und seinem Harvester die Herzen von Spaziergängern zu. Bäumefällen ist emotional besetzt, und schließlich ist so ein Harvester auf den ersten Blick nun mal ein 16 Tonnen schweres Ungetüm, das sich da durch den Wald bewegt.

Allerdings, darauf legt Klaus Meyering Wert, verdichte der Abdruck eines einzelnen Pferdehufs den Boden punktuell stärker als es die 80 Zentimeter breiten Reifen seiner Maschine tun.

Der selbstständige Forstwirt aus Voltlage und die Bezirksförsterin werben um Verständnis für die Arbeit im Wald, denn der muss nun mal viele Ansprüche erfüllen: Holzlieferant zu sein gehört angesichts des vielen Holzes, das wir alle benötigen, dazu.

Werden Sie Baumpate im NOZ-Blätterwald!

Der NOZ-Blätterwald schlägt bereits Wurzeln. Initial-Baumspender sind: Bionade , Georgsmarienhütte GmbH , Hardeck Möbel GmbH & Co KG , Igel Gartenkultur , Kreissparkasse Bersenbrück , Landkreis Osnabrück , NOZ Medien , PwC Pricewaterhouse Coopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft , Purplan GmbH , Stadtwerke Bramsche . Mit der Firma Hase & Co und der Firma Klartext Grafikbüro haben zwei weitere Firmen eine größere Zahl an Baumpatenschaften übernommen, zudem sind bereits viele Spenden von Leserinnen und Lesern eingegangen. Werden auch Sie Baumpate! Eine Patenschaft kostet fünf Euro pro Baum. Überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das unten angegebene Konto.

Spendenkonto:

Trinkwasserwald e.V., KSK Soltau, Konto: 59 59 59; BLZ: 258516 60,
IBAN: DE4225851660
0000595959,
BIC: NOLADE21SOL,

Verwendungszweck: NOZ-Blätterwald


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN