Im Nordwesten verbreitet Name Iden ging vom Rufnamen der Mutter aus

Von Winfried Breidbach

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Osnabrück. Unsere Leserin Eva-Maria Thöle möchte gerne wissen, woher der Geburtsname „Iden“ ihrer Mutter stammt. Iden ist mit über 1100 Namensträgern ein recht häufiger Familienname.

Er ist überwiegend in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu finden, insbesondere in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

In Hamburg gibt es die stärkste Konzentration des Namens. Die erheblich seltenere Schreibvariante Ihden ist vor allem in Brandenburg und Berlin angesiedelt.

Bei Iden und Ihden handelt es sich um Familiennamen in der sprachlichen Form des Genitivs. Iden/Ihden gehören mit der Bedeutung „Sohn von I(h)de“ zu den Namen Ide/Ihde wie Nolden zu Nolde oder Otten zu Otte.

Die fast 2000 Träger des Namens Ide sind in vielen Regionen Deutschlands ansässig, das stärkste Nest liegt im hessischen Schwalm-Eder-Kreis. Ihde ist etwas seltener als Ide und recht deutlich im Großraum Hamburg konzentriert.

Während bei Nolden/Nolde („Arnold“) und Otten/Otte („Otto“) eindeutig männliche Rufnamen zugrunde liegen, ist die Situation bei Iden/Ide anders gelagert.

Ide gehörte als Kurznamen zu den germanischen Rufnamen mit einem Namenwort Id-, dessen Bedeutung bisher nicht eindeutig geklärt werden konnte. Dazu gehörten nur wenige Rufnamen wie die Männernamen Iduwin und Idulf und die Frauennamen Iduberga und Idiburg. Diese Namen wurden schon im frühen Mittelalter ungebräuchlich. Der männliche Kurzname Ido und seine Nebenformen Ito, Itto sind einige Male bezeugt, so 825 in Corvey, 857 in Paderborn und 1178 in Hildesheim. Die abgeschwächte Namensform Ide wurde bei den Ostfriesen noch bis ins 19. Jahrhundert als Taufname verwendet.

Der weibliche Kurzname Ida war ungleich beliebter als der Männername. Ida und die Namenvarianten Idda, Ita, Itha, Itta, Yda, Yde sind vielfach urkundlich nachzuweisen. In der Alltagssprache wurde meist die Form Ide (Yde) gebraucht, zum Beispiel bei 1273 „Yde de Sticboy“ in Aken und 1549 „Ide Smedes“ in Barßel. Die ursprüngliche Form Ida blieb aber bis in unsere Zeit als Taufname erhalten.

Die Familiennamen Ide/Ihde und die Genitivnamen Iden/Ihden „Sohn von Ide“ können sich im Einzelfall auf den Männernamen Ide beziehen. Wegen der großen Popularität des Frauennamens dürften sie aber zumeist von Ide = Ida ausgegangen sein. Der jeweils erste Träger des Namens Iden wurde somit nach dem Rufnamen seiner Mutter benannt. Bei „Nycolaus Yden“ beispielsweise ist gesichert, dass er der Sohn einer Yda (Ida) war (1335 in Aken). Die -ing-Namen Iding und Idink haben die gleiche Bedeutung.


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