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Volle Parkhäuser und Geschäfte Westfalentag 2014 lockt viele Besucher nach Osnabrück

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ski/sarr Osnabrück. Zahlreiche Shopping-Touristen aus NRW haben sich am Samstag nach Osnabrück aufgemacht, um einzukaufen. Erst gegen 17 Uhr wurde es wieder leerer.

Die Geschäfte hofften, dass es an diesem Westfalentag in der Kasse ordentlich klingelt. Galeria Kaufhof rechnet gar mit 50 Prozent mehr Umsatz. Und Tobias Schonebeck von Schäffer Geschenke erklärte: „Wir freuen uns Samstag und Sonntag auf ganz viele Kunden aus Osnabrück, Westfalen oder anderen Regionen wie Niederlanden. Wir haben ein wunderbar geschmücktes und liebevoll dekoriertes Haus voll von zauberhafter Weihnachtsstimmung.“

Draußen vor der Tür war es jedoch noch gar nicht weihnachtlich, sondern eher sommerlich: Die Wetterdienste rechneten an diesem Samstag mit bis zu 20 Grad. Und sie behielten zur Freude der Gastronomen, die ihre Tische und Stühle noch draußen haben oder wieder rausstellten, recht. Fabiano Fontanella vom gleichnamigen Eiscafé hatte ebenfalls erwartet, dass es „voll werden wird“.

Viel los am Vormittag

Am Vormittag genossen vor der Eisdiele vor allem Osnabrücker ein Eis und das gute Wetter. Und auch auf dem Markt vor dem Dom kauften vor allem Einheimische ein. „Wir sind nur wegen des guten Wetters hier“, erklärte Nadine Maßmann, die mit ihrer Familie unterwegs war. Und eine andere Marktbesucherin stellte fest: „Das Wetter ist ja wie im Mai und nicht wie Anfang November.“ Ein paar Stände weiter beim Obststand von Löbke antwortete Natascha Eppe auf die Frage, ob es auch auf dem Markt am Westfalentag voller als sonst sei: „Wir sind nicht sicher, viele essen ja auch in der Stadt.“

Während dessen waren einige Parkhäuser bereits gegen 10.30 Uhr voll. Nach Angaben der OPG gab es etwa bei Lengermann und Trieschmann in der Herrenteichstraße keine freien Plätze mehr, ebenso in der Nikolai-Garage und in der Kamp-Garage. Und gegen Mittag standen die meisten Ampeln vor den Parkhäusern auf Rot. Allerdings fuhren die ersten Besucher der Innenstadt auch schon wieder nach Hause, sodass immer wieder Parkplätze frei wurden. Aktuelle Informationen zur Lage in den Parkhäusern der OPG gibt es hier.

In der Einkaufszone herrschte am Vormittag zwar schon ein ziemliches Gewusel, aber auf den ersten Blick wirkte es nicht unbedingt voller als an anderen Samstagen. Den Eindruck hatte Irmgard Puntigam ebenfalls: „Wir haben gerade gesagt, das ist nicht voller als an normalen Samstagen.“ Ihre Freundin, Petra Nossek, schätzte jedoch: „Wahrscheinlich ist es nachmittags mehr.“ Davon ging auch eine Polizeistreife aus, die gegen Mittag erklärte: „Jetzt sind viele noch am Anreisen.“ Allerdings hatten die Polizisten auch festgestellt, dass es bereits am Vormittag in der Stadt voller gewesen sei als sonst.

Voller als sonst?

Diesen Eindruck konnte Eva Maria von Hammer, Storemanager von der Fruitbar und Yolibri in der L+T Markthalle, bestätigen: „Bei uns ist es schon mehr als sonst und ging heute auch sehr früh los.“ Ab 9.30 Uhr habe das Frühstücksangebot in der Markthalle viele Besucher angelockt. Und gegen Mittag schlenderten viele Innenstadtbesucher durch die Markthalle, um zu schauen, was sie später nach dem Stadtbummel noch Essen könnten.

Zu den Westfalen, die an diesem Tag nach Osnabrück gekommen waren, gehörte unter anderem Familie Thünenkötter aus Rheine. „Wir haben keinen besonderen Grund in die Stadt zu gehen und wollen nur bummeln“, berichtete Andre Thünenkötter. Ein Geschäft, das er auf alle Fälle besuchen wollte, stand auch schon fest: Bücher Wenner. Auf dem Rückweg wollte er mit seiner Familie an der Hochschule in Haste vorbei fahren und sie seinen Kindern zeigen, weil er dort studiert hat.

Musik in der Stadt

Für Musik sorgte an diesem Samstag in der Stadt unter anderem „Pipes and Drums of the Royal British Legion“. Sie machten mit verschiedenen Kurzauftritten zwischen dem Theatervorplatz und dem Neumarkt auf ihr Konzert am Donnerstag, 20. November, in der Osnabrückhalle aufmerksam. Dort spielen sie bereits zum siebten Mal mit dem Polizeiorchester Niedersachsen. Und als Orchester einer regionalen Schule ist diesmal außerdem auch das Sinfonische Blasorchester der Angelaschule Osnabrück mit dabei. Bei den Kurzkonzerten der „Pipes and Drums“ am Westfalentag, bildeten sich jeweils sofort Menschentrauben um die Musiker. „Viele finden die Musik toll und bleiben lange stehen“, berichtete Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück, der die Aktion begleitete.

Die Musik der Pipes and Drums hatte auch Brigitte Borda-Griglia aus Vechta gefallen. Sie lauschte inzwischen jedoch schon der nächsten Band, die auf dem Nikolaiort spielte: The Wishing Well aus Australien Kammer-Folk-Pop. „Die Band finde ich super-toll“, erklärte Borda-Griglia und fügte hinzu: „Wir sind heute spontan nach Osnabrück gefahren – wie fast jede Woche. Osnabrück hat einfach total das Flair.“ Außerdem stimme der Zusatz „Friedensstadt“, da die Leute in Osnabrück ihrer Erfahrung nach „immer sehr entspannt“ seien.

Kaum hatten „The Wishing Well“ eine Pause angekündigt, schob Sven Wildoeer sein Klavier in Position und spielte eher klassische Melodien. Ein Zuhörer darauf hin zum anderen: „Hier ist schon mehr los als in Herford.“ Ebenfalls aus Herford kamen Franziska Lange und Victoria Nitz, die beiden waren nach Osnabrück gekommen: „Um zu shoppen.“ Gerade machten die jungen Frauen eine Pause auf einer Bank an der Großen Straße. Zu ihren Füßen standen einige Tüten und Taschen und in ihren Händen hielten die beiden je ein Brötchen. Und danach? „Weiter shoppen“, verrieten Lange und Nitz. Erfolg beim Einkaufen hatten Melanie und Michael Klaus auch schon gehabt: „Wir sind spontan gekommen, weil bei uns alles zu hat“, berichtete das Ehepaar, das die Gelegenheit genutzt hatte, Winterkleidung zu kaufen.

Die „Flintenweiber“ aus Horn waren ebenfalls am Westfalentag zum Bummeln nach Osnabrück gekommen. Unter anderem fotografierte sich die gut gelaunte Frauentruppe im Eingang eines Geschäftes in der Herrenteichstraße zwischen Tannenbaumschmuck und Adventsdekoration. „Wir haben unseren Männern gesagt, wir gehen nach Osnabrück auf den Weihnachtsmarkt“, erklärte Ines Wiebusch grinsend.

Volle Straßen am Nachmittag

Insgesamt war es nachmittags in der Osnabrücker Innenstadt um einiges voller als noch am Vormittag. Selbst wenn die Schlangen vor den Parkhäusern teilweise nicht länger waren als am Mittag, mussten die Autofahrer mehr Geduld mitbringen, bis sie ihren Wagen abstellen konnten. Denn es kamen einfach weniger Autos wieder aus den Parkhäusern heraus.

Die Sitzplätze in den Cafés und auf den Bänken entlang der Fußgängerzone waren meist alle belegt. Bei dem guten Wetter wollten die meisten ihre Pause vom Stadtbummel im Freien sitzend genießen. So mach einer nutzte daher auch die Kunstwerke von Johannes Trieb als Sitzplätze. Dabei will der Künstler damit eigentlich an den Schrecken des Ersten Weltkriegs erinnern.

Außer den Touristen und Einheimischen waren zahlreiche Gruppen und Initiativen mit ihren Infostände in die Fußgängerzone gekommen. Darüber hinaus präsentierten verschiedene Straßenkünstler ihre Arbeiten, und gleich mehrere von ihnen verbogen Luftballons zu Tieren und Blumen. Zu den Zuschauern bei Petra Brünink vom Duos Dings gehörte unter anderem Mia (4). Sie schaute fasziniert zu, wie Brünink ihr aus drei verschiedenen Ballons einen Hubschrauber kreierte. „Wir sind hier jedes Jahr aufs Neue hier, und jedes Mal bekommt Mia einen Luftballon“, berichtete ihre Mutter, Sarah Deppen, und Mia erklärte mit ihrem Hubschrauber in der Hand: „Den lasse ich fliegen.“

Freie Fahrt gegen 17 Uhr

Am Ende des Einkaufstages gegen 17 Uhr standen die Ampeln vor den Parkhäusern größtenteils wieder auf grün. Zeit ein Fazit zu ziehen: „Wir hatten einen guten, aber keinen überragenden Tag“, berichtete Fabiano Fontanella. Im November seien die Leute aber auch vielleicht „etwas satt“, was Eis anginge. „Das haben sie schon den ganzen Sommer gegessen“, so Fontanella. Davon abgesehen stünde am Samstag bei vielen generell das Einkaufen im Vordergrund.

Und so zeigten sich die Händler denn auch sehr zufrieden, wie das Osnabrücker Stadtmarketing berichtete. Uta Westerholt vom Prelle Shop erklärte beispielsweise: „Bei uns lief es den ganzen Tag super, das hätte ich nicht so erwartet.“ Ihre Kunden hätte Geschenkartikel aber auch Weihnachtliches gekauft. Viele Kunden wären von auswärts gekommen, und es hätten sich sogar Bekannte aus Düsseldorf und Münster in ihrem Geschäft zufällig getroffen.

Tobias Schonebeck von Schäffer war ebenfalls gut zufrieden: „Bei uns ist es sehr gut gelaufen, und zwei Trends sind ziemlich klar.“ Einerseits hätten viele Kunden sich nicht nur Anregungen für ihre Weihnachtsdekoration geholt, sondern auch entsprechende Artikel gekauft. Andererseits hätten sich viele Kunden über beratungsintensive Produkte wie Kaffeevollautomaten und Küchenmaschinen sowie hochwertige Spielwaren ausgiebig informiert.

Nicht nur beim Prelle Shop und Schäffer Geschenke startete an diesem Wochenende in Osnabrück das Vorweihnachtsgeschäft. Gekauft wurden generell viel Spielwaren, hochwertige Küchengeräte, Duft und Schmuck. Aber auch Dekorationsartikel und Kleidung gingen trotz des warmen Wetters an diesem Tag über den Tresen.

„Die Westfalentage sind nicht nur wichtig für den Umsatz in der Innenstadt, sondern auch für das gute Image Osnabrücks als Einkaufsstadt weit über die Landesgrenze hinaus“, so Ira Klusmann, Vorsitzende des Osnabrücker City Marketing. „Die Besucher äußern sich immer wieder erfreut über die schöne Atmosphäre, die Branchenvielfalt, das gastronomische Angebot und das schöne Stadtbild. Sie empfehlen Osnabrück weiter“, wusste sie.

Das Einkaufswochenende geht mit dem verkaufsoffenen Sonntag noch weiter. Die Geschäfte haben dann von 13 bis 18 Uhr geöffnet.


In Nordrhein-Westfalen ist Allerheiligen ein Feiertag. Die Geschäfte haben zu. Traditionell setzen sich viele Familien bei dieser Gelegenheit ins Auto, um in Niedersachsen shoppen zu gehen.

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