Exklusive Reise nach Tirol Plauderei mit „Bergdoktor“ Hans Sigl inklusive


Söll. „Wo fehlt’s denn?“ – Professor Brinkmann mag in der Schwarzwaldklinik so mit seinen Kranken gesprochen haben. Unser Bergdoktor ist ein moderner Arzt, der seinen Patienten – wie sagt man so schön? – auf Augenhöhe begegnet. „Was kann ich für Sie tun?“, fragt Dr. Martin Gruber ganz serviceorientiert in der ZDF-Fernsehserie. Und mit derselben Frage begrüßt Hans Sigl die Leser dieser Zeitung bei seiner „Visite“ im Hotel Postwirt in Söll.

Schnell kommen Star und Fans ins Plaudern. Über die Region, über die Dreharbeiten, über die Grubers. „Ich kenne keine Familie, die so oft draußen frühstückt wie die Grubers. Und dabei lohnt sich der Aufwand eigentlich gar nicht, denn wenn gerade alles rausgeschleppt und aufgetischt ist, kommt für Martin doch regelmäßig der Anruf: Einsatz!“, scherzt Hans Sigl über sein Alter Ego, den ruhelosen Dr. Martin Gruber. Der erledigt in der Serie sämtliche Hausbesuche zuverlässig mit einem alten Daimler. Die Autokenner unter den Gästen wissen natürlich, dass es sich um ein Modell der Baureihe W123 handelt, und erkundigen sich, wie denn der Bergdoktor damit die Tiroler Alpen bewältigt. „Gut“, sagt Hans Sigl schelmisch und verrät, dass sein erstes eigenes Auto eines gleichen Typs war, allerdings nicht in Nickelgrün, sondern – fast ebenso schön – eierschalenfarben.

Große Sympathie hegen die Leser für Filmtochter Lilli, alias Ronja Forcher. Mit der jungen Darstellerin verbindet den Schauspieler eine besondere Geschichte, denn „die Ronja hatte ich, als sie noch ein Baby war, schon auf dem Arm“. Hintergrund: Hans Sigl hatte seinerzeit mit Ronjas Eltern, ebenfalls Schauspieler, am Innsbrucker Landestheater zusammengearbeitet. Beim Casting der Lilli traf er dann die inzwischen Neunjährige wieder. Lilli, der die Bergdoktor-Fans seit nunmehr sieben Jahren beim Heranwachsen zuschauen dürfen, hat als Ronja so ganz nebenbei in diesem Jahr ihr Abitur gebaut. „Mit Note 1,8“, wie ihr Serienpapa mit echtem Stolz verrät.

Als großes Vorbild, menschlich wie beruflich, bezeichnet Hans Sigl Siegfried Rauch, der in der Serie Martin Grubers Freund und Förderer Dr. Melchinger verkörpert. Im Verhältnis zwischen Dr. Gruber und dessen Kollegen Dr. Kahnweiler hingegen hatte das Drehbuch zunächst eine gewisse Rivalität vorgesehen. Man versteht sich jedoch so gut („Martin, mein bester Freund!“), dass diese Beziehung umgeschrieben werden musste. Hans Sigl: „Manchmal vermeiden Mark Keller und ich, uns anzuschauen, weil wir sonst sofort lachen müssen.“ Schön nachzuvollziehen in den Outtakes der Bergdoktor-Internetseite des ZDF.

Ob es noch einmal eine Zusammenarbeit zwischen dem Bergdoktor und den ZDF-Bergrettern gibt, wollen jene Leser wissen, die das Anfang vergangenen Jahres gezeigte Crossover verfolgt hatten. In dieser Richtung ist nach den Worten von Hans Sigl nichts geplant. Er erzählt von den gemeinsamen Dreharbeiten: Der echte Martin Gruber, der Schauspieler gleichen Namens, der im TV den Bergretter Andreas Marthaler darstellt, ist zwar ein großartiger Kletterer, hat aber wenig mit Wintersport am Hut. Beim Bergdoktor ist es umgekehrt. Ein Grund, warum die Fernsehzuschauer am Wilden Kaiser auch seltener Hubschrauber-Einsätze erleben als am Dachstein, wo die Bergretter ihre Einsätze fliegen. Ein anderer Grund ist der beabsichtigte Wiedererkennungseffekt: „Fliegt der Hubschrauber, sind’s die Bergretter. Fährt der grüne Mercedes, kommt der Bergdoktor“, scherzt Hans Sigl. So einfach ist das.

Noch bis in den Dezember hinein laufen die Dreharbeiten für die achte Staffel des Bergdoktors, der sich gut zwei Stunden Zeit für die Leser aus dem Norden nimmt. Die wollen natürlich wissen, was die neuen Folgen bringen. „Der Vorspann wird leicht verändert, aber die Titelmusik bleibt. Sie ist für die Zuschauer unverrückbarer Teil der Serie“, sagt Hans Sigl. Allerdings wird die Staffel mit einem neuen Kameramann gedreht, die Einstellungen sind „spannender, kinomäßig und sehr wertig“, findet der Schauspieler. Und die Handlung? Wie geht’s da weiter? Wird Martin heiraten? Ist er überhaupt ein Typ zum Heiraten? Die Frage bewegt die Leser. Und auch Hans Sigl, der selbst nach eigenem Bekunden „gern und glücklich“ verheiratet ist, gerät über die Gruber-Brüder ins Grübeln: „Was sind das überhaupt für Typen, die mit über 40 noch bei der Mama wohnen?“

Die Zeit vergeht wie im Flug, Hans Sigl muss zurück ans Set. Zum Schluss noch Autogramme und Fotos mit den Fans, die sich alle Termine notiert haben: Die neue Staffel startet am 8. Januar und läuft immer donnerstags um 20.15 Uhr im ZDF. Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, gibt’s das Winterspecial mit dem vielsagenden Titel „Schuld“. Na denn: Frohes Fest!


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