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Blick ins Redaktionsarchiv Zehn tödliche Fahrradunfälle seit 2004 in Osnabrück

Von Sebastian Stricker

Allein 2014 starben bereits zwei Radfahrer im Stadtgebiet. Zwei weitere wurden lebensgefährlich verletzt.  Foto: Swaantje HehmannAllein 2014 starben bereits zwei Radfahrer im Stadtgebiet. Zwei weitere wurden lebensgefährlich verletzt. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Drei tödlich verunglückte Radfahrer in einem Jahr: Das gab es in Osnabrück noch nie. Insgesamt haben auf den Straßen der Stadt seit 2004 zehn Radfahrer ihr Leben verloren, die meisten nach Zusammenstößen mit Lastwagen. Hinzu kommt mehr als ein Dutzend durch Unfälle getöteter Fußgänger.

Insgesamt erfasst das lokale Archiv unserer Redaktion ungefähr 60 Unfälle, bei denen Radfahrer in den vergangenen zehn Jahren mindestens schwer verletzt wurden. Zudem berichteten wir im selben Zeitraum über 16 tödliche Unfälle mit Fußgängern.

Interaktive Storymap zu tödlichen Unfällen ››

Die Kollision eines 47-jährigen Radfahrers mit einem abbiegenden Lkw am Mittwoch war der dritte folgenschwere Unfall in den vergangenen sieben Monaten – und der zweite tödliche an derselben Stelle: Schon am 4. März hatte ein 20 Jahre alter Radfahrer sein Leben verloren , als er an der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße gleichsam von einem Lastwagen überrollt wurde. Am 10. September verunglückte in Gartlage eine 74-jährige Frau tödlich und ihr 72-jähriger Mann lebensgefährlich. Beide waren mit dem Rad in Richtung Innenstadt unterwegs, als sie auf der Kreuzung Bohmter Straße/Liebigstraße von einem Auto erfasst wurden.

Nahe dem Rosenplatz geriet am 27. August eine 35 Jahre alte Frau unter einen abbiegenden Lkw. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Eine 85-jährige Fußgängerin starb, nachdem sie am 12. Februar auf dem Polizeiparkplatz am Kollegienwall von einem Bulli überfahren worden war.

Unachtsam

2013 machten vier weitere tödliche Verkehrsunfälle mit Fußgängern Schlagzeilen: Am 16. April fuhr ein Autofahrer bei Rot über die Kreuzung Petersburger Wall/Salzmarkt und verletzte eine 72-Jährige lebensgefährlich sowie ihren ein Jahr älteren Begleiter schwer. Die Frau starb Ende Mai. Am 17. April kam am Neumarkt ein 22-jähriger Mann ums Leben. Er wurde beim Überqueren der Fahrbahn von einem überholenden Pkw getötet . Auf einem Firmenparkplatz im Gewerbegebiet Hellern geriet am 10. September ein 53-Jähriger unter die Hinterräder eines zurücksetzenden Kleintransporters. In der Jäneckestraße, Stadtteil Schinkel, wurde am 2. Oktober eine 90 Jahre alte Frau von einem ausparkenden Auto überfahren . Sie war zuvor auf die Fahrbahn gestürzt.

2012 erlag eine 39-jährige Radfahrerin ihren Sturzverletzungen , nachdem sie am 18. September an der Ecke Klingensberg/Wallring mit einem Auto zusammengestoßen war. Laut Polizei fuhr die Frau auf dem Radweg entlang der Hasemauer entgegen der vorgeschriebenen Richtung. Auf dem Konrad-Adenauer-Ring starb am 3. Februar ein 80-Jähriger, der trotz roter Ampel über die Straße ging. Ein Ehepaar – sie 80, er 83 – überlebte den Zusammenstoß mit einem Auto nicht, der sich am 16. Januar beim Überqueren der Sutthauser Straße ereignete: Der Fahrer übersah die beiden, mutmaßlich wegen tief stehender Sonne.

Toter Winkel

Der tote Winkel wurde einem 73-jährigen Radfahrer auf der Hansastraße zum Verhängnis , den am 13. Oktober 2011 ein Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen in die Weserstraße übersah. An derselben Stelle war bereits am 13. Mai 2004 eine 25-jährige Studentin unter die Räder eines vierachsigen Kieslasters geraten. Sie bezahlte die Kollision mit ihrem Leben. Am 11. November 2011 wurde ein 25 Jahre alter Fußgänger in der Georgstraße von einem ausparkenden Geländewagen erfasst . Der Mann starb einige Tage später im Krankenhaus. Ums Leben kam auch ein 22-jähriger Wallenhorster, der am 20. Februar 2011 frühmorgens auf der Oldenburger Landstraße unterwegs war und in der Dunkelheit von einem Auto überfahren wurde. Bei einem Unfall mit einem Lkw an der Einmündung Johannistorwall/Johannisstraße wurde am 24. Februar 2011 ein 41-jähriger Radfahrer lebensgefährlich verletzt.

Unter Drogen

Eine 77 Jahre alte Fußgängerin kam am 23. November 2009 zu Tode, als ein Autofahrer sie beim Überqueren des Kollegienwalls übersah. Ein gleichaltriger Mann bezahlte in den Abendstunden des 12. Oktober 2009 den Versuch mit dem Leben, dunkel gekleidet in Höhe der Kleingartenkolonie Klostermauer die Vehrter Landstraße zu überqueren: Ein Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Am 13. Juli 2009 passierte es am Fürstenauer Weg, Ecke Süberweg: Eine 78-jährige Frau verlor auf ihrem Rad das Gleichgewicht, stürzte und wurde von einem Tieflader überrollt. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Ein 59-jähriger Radfahrer starb am 22. Januar 2009, als er unter einen abbiegenden Kipper geriet. Der Unfall ereignete sich abermals auf dem Johannistorwall an der Einmündung zur Kommenderiestraße.

2008 wurde am 14. Juli auf der Iburger Straße ein Ehepaar von einem Auto überfahren. Der Fahrer stand unter Drogen. Eine 85-Jährige kam zu Tode, ihr 87 Jahre alter Mann schwebte tagelang in Lebensgefahr. Am 26. Juli 2007 starb auf der Bohmter Straße ein 68-jähriger Radfahrer, den ein Sattelzug beim Rechtsabbiegen in die Baumstraße übersah. Am 1. Juli 2007 lief ein 36-Jähriger betrunken über die Martinistraße und wurde von einem Pkw tödlich verletzt. Ein alkoholisierter Autofahrer wiederum riss am 29. April 2006 an der Ecke Bremer Straße/Kurzer Weg einen 39 Jahre alten Fußgänger aus dem Leben.

Leichtsinnig

Am 3. Juni 2005 wurde ein 81-jähriger Radfahrer an der Buerschen Straße/Ecke Alte Poststraße von einem abbiegenden Lkw überrollt. Auch er war sofort tot. An dieser Stelle war bereits im November 2001 eine 60-jährige Radlerin von einem rechts abbiegenden Laster tödlich verletzt worden. Am 22. April 2005 starb am Neumarkt ein 44-Jähriger aus Georgsmarienhütte nach einem Zusammenprall mit einem Auto: Der Mann hatte bei Rot die Fußgängerampel überquert.

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