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Am Johannistorwall in Osnabrück Radfahrer von Lkw erfasst und lebensgefährlich verletzt


Osnabrück. Schon wieder hat es auf dem Johannistorwall an der Ecke zur Kommenderiestraße einen schweren Unfall mit einem Radfahrer gegeben. Ein 47-jähriger Osnabrücker wurde Mittwoch gegen 11.25 Uhr von einem niederländischen Lkw erfasst und dabei lebensgefährlich verletzt.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei waren sowohl der Sattelzug als auch der Radfahrer Richtung Bahnhof unterwegs. Der 30-jährige Lkw-Fahrer wollte nach rechts in die Kommenderiestraße abbiegen und erfasste dabei aus noch nicht geklärten Gründen den Radfahrer. Bei einer ersten Vernehmung gab der Lkw-Fahrer an, den 47-Jährigen nicht gesehen zu haben.

Durch die Kollision wurde der Mann zu Boden gerissen. Er geriet mit seinem schwarzen Pegasus-Fahrrad unter die Räder der hinteren Achse der Zugmaschine. Ein Rettungswagen brachte den Verletzten ins Krankenhaus.

Nach dem Unfall war die Kommenderiestraße für mehrere Stunden gesperrt. Die Polizei stellte den Lastwagen für weitere Ermittlungen sicher. Ein Sachverständiger begutachtete vor Ort die Unfallstelle.

Bereits im März 2014 war genau auf dieser Kreuzung ein Radfahrer tödlich verunglückt . Auch damals hatte ein Lkw einen Radfahrer übersehen. Nach dem Unfall hatten Fahrradaktivisten an der Ecke erstmals in Osnabrück ein weißes „Ghostbike“ aufgestellt. Vor knapp drei Wochen war auf der Kreuzung mit der Johannisstraße ein Radfahrer bei einer Kollision schwer verletzt worden.

Augenzeugen äußerten sich Mittwochmittag schockiert zum Unfall. Oliver Birkemeyer, Mitarbeiter im Modellbau-Geschäft an der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße berichtete, dass es mehrmals am Tag brenzlige Situationen gebe. „Fußgänger und Radfahrer leben hier gefährlich.“ Durch die großen Schaufenster beobachte er immer wieder, dass Autos sehr rasant an der Kreuzung abbiegen und anderen die Vorfahrt nehmen.

Sehr leidvoll in Erinnerung geblieben ist den Mitarbeitern von DM-Modellbau ein heftiger Unfall, der fünfeinhalb Jahre zurückliegt. Ein 59-jähriger Radfahrer starb vor dem Geschäft, als er unter einen abbiegenden Kipper geriet.

Aufgrund der tödlichen Unfälle in der Vergangenheit hat sich auch wiederholt die Unfallkommission mit dem Brennpunkt befasst. Der Kommission gehören unter anderem Vertreter der Polizei sowie der Straßenbau- und Verkehrsbehörden an. Um die Situation zu verbessern, wurde inzwischen ein spezieller Spiegel montiert, damit Lkw-Fahrer den Verkehr besser einsehen können. Auf der Straße wurde der Haltebalken zurückverlegt, sodass Lkw und Pkw bei Rot hinter Radfahrern stoppen. Auf der Wunschliste steht ein besserer Ausbau des Radweges, der derzeit vor der Kreuzung sehr unübersichtlich verläuft.


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