Oberbürgermeister besucht VPAK Lob für die Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien

Von Ulrike Schmidt

Beim Besuch des VPAK-Projektes „Sieben Plus“ in der Teutoburger Schule schaute Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (rechts) Furkan beim Schachspiel über die Schulter. Links der Vereinsvorsitzende Ramis Konya.  Foto: Michael GründelBeim Besuch des VPAK-Projektes „Sieben Plus“ in der Teutoburger Schule schaute Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (rechts) Furkan beim Schachspiel über die Schulter. Links der Vereinsvorsitzende Ramis Konya. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. „Ich bin mit einem Vorurteil gekommen“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zu Beginn seines Besuches bei Verein zur pädagogischen Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK): „Dass Sie hier alle tollte Arbeit machen.“

Das war natürlich Wasser auf die Mühlen des Vereinsvorsitzenden Ramis Konya: Seit 33 Jahren sei der Verein im Geschäft , um Kindern aus Zuwandererfamilien zu einem qualifizierten Schulabschluss zu verhelfen. Zudem ist der VPAK Träger dreier Horte in der Stadt, macht Nachmittagsangebote an drei Grundschulen, ist für die Schulsozialarbeit an der Rosenplatzschule zuständig und organisiert Sprachkurse für Migrantinnen . Konya hob dabei die gute Zusammenarbeit mit Migranteneltern hervor.

1981 wurde der Verein gegründet, um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien durch außerschulische Förderung zu erhöhen. Dazu sind aktuell rund 130 Köpfe im Einsatz, in der Regel Lehramtssudenten, die den Kindern und Jugendlichen nachmittags und am Wochenende bei ihren Hausaufgaben unterstützen oder mit ihnen Klausuren vorbereiten. Wie motiviert die Schülerinnen und Schüler sind , zeigt sich unter anderem daran, dass sie auch am Samstagmorgen pünktlich erscheinen, berichtete VPAK-Mitarbeiterin Deike Weckenbrock.

Die verschiedenen Projekte des VPAK sind in Jahrgangsstufen eingeteilt. „Fünf/Sechs“ fördert Kinder, die die 5. und 6. Klasse besuchen und gezielte Förderung im Fach Deutsch benötigen. Unter den 60 Kindern, die derzeit dort arbeiten, ist ein Drei die beste Deutschnote.Gearbeitet wird in kleinen Gruppen mit einer Lehrkraft für vier Kinder.

Sprachintensive Nachhilfe erhalten Jugendliche ab der 7. Klasse im Projekt „Sieben Plus“. 205 Jugendliche aller Schulformen bevölkern in der Woche am Nachmittag zwischen 12 und 19 Uhr die Teutoburger Schule, am Samstag noch mal zwischen 9 und 13 Uhr. Die Kosten betragen 35 Euro und für ältere Schüler 40 Euro im Monat. Das Interesse ist groß, die Warteliste lang, sagte Weckenbrock. Aus einigen Familien kommen inzwischen Mitglieder der zweiten Generation zum Verein.

Die Lehramtsstudenten erhielten zweimal im Jahr eine Fortbildung. Für sie ist die Mitarbeit beim VPAK eine hervorragende Vorbereitung auf ihre künftige Arbeit. Auch das Studium soll inzwischen auf den Unterricht mit Kindern aus Zuwandererfamilien vorbereiten. Konya berichtete, das Studenten künftig Praktika zu Mehrsprachigkeitsdidaktik absolvieren müssten: Der VPAK sei dafür die beste Adresse.

Der Oberbürgermeister zeigte sich so interessiert an der Arbeit, dass er zur Freunde seiner Gastgeber die angekündigte Besuchszeit um fast 30 Minuten überschritt. Und noch mehr freuten sie sich, als Griesert zum Abschied verkündete: „Ich revidiere mein Vorurteil in ein Urteil. Sie machen gute Arbeit.“