Osnabrück 1914 - 1918 Weltkrieg-App besteht den Praxistest

App-Tester: (von links) Swenja Reinhardt, Nils Landwald, Apostolos Arambatzis, Miles Allwinn. Foto: Hermann PentermannApp-Tester: (von links) Swenja Reinhardt, Nils Landwald, Apostolos Arambatzis, Miles Allwinn. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Schon seit Juli gibt es die App „Osnabrück 1914-1918“ zum Download. 1100 Interessenten haben sich die kostenlose App bereits auf ihr Smartphone oder Tablet geladen. „Generell sind die Rückmeldungen, die wir bekommen, sehr positiv“, erklärte Christine Grewe vom Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück, das die App zusammen mit dem Historischen Seminar der Universität entwickelt hat.

„Aber wir wollen noch herausfinden, wo technisches und inhaltliches Verbesserungspotenzial steckt und inwiefern die App für den Einsatz im Geschichtsunterricht geeignet ist.“

Aus diesem Grund hatte die Stadt einen Geschichtskurs des Abendgymnasiums Sophie Scholl dazu eingeladen, die Geschichts-App zu den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs in Osnabrück einem Praxistest zu unterziehen. Ausgerüstet mit den Tablets und Kopfhörern, die es im Kulturgeschichtlichen Museum zur Ausleihe gibt, machten sich die Schüler auf den Weg zu den zwölf Stationen des multimedialen Rundgangs. Am Ratsgymnasium war der erste Halt.

„Ich finde es sehr angenehm, dass man die Erklärungstexte oder auch den Abituraufsatz von Ernst Wessel aus dem Jahr 1914 anhören kann, anstatt sie vom Bildschirm abzulesen“, sagte Schülerin Swenja Reinhardt (21). So könne man die Gebäude und die Umgebung besser auf sich wirken lassen, während man die historischen Geschehnisse nachvollziehe. Auch für Nils Langwald (33), der erst vor kurzem von Dortmund nach Osnabrück gezogen ist, war die App mit ihren Video- und Audiodateien sehr hilfreich, um mehr über die regionale Geschichte zu erfahren.

„Beim Rundgang wäre es schön gewesen, wenn man direkt per Audiokommentar zu den entsprechenden Stationen geleitet worden wäre“, kritisierte Dennis Vogel (43). Ortsfremde müssten dann nicht ständig den Stadtplan mit den Straßenschildern abgleichen, um zu den blau markierten Stationen des Rundgangs zu gelangen. Im Übrigen fand der Abendschüler die App aber sehr informativ und gut aufgebaut. „Im letzten Schuljahr haben wir auch schon die Ausstellung im Museum für Industriekultur zum Ersten Weltkrieg besucht“, berichtete Vogel. „Vieles aus der Ausstellung findet man hier in digitaler Form wieder.“

„In diesem Schuljahr steht der Erste Weltkrieg für die zwölften Klassen gar nicht auf dem Lehrplan“, erklärte Geschichtslehrer Norbert Scharoun. Dennoch wollte er die Chance nutzen, seinen Schülern die Historie Osnabrücks im Ersten Weltkrieg nahe zu bringen. „Unsere Schüler sind aufgrund ihres Alters häufig interessierter und aufgeschlossener als die Jüngeren. In der achten Klasse, wenn der Erste Weltkrieg durchgenommen wird, haben viele anderes im Kopf und finden Geschichte langweilig“, sagte Scharoun.


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