Arbeitszeit: Studie gibt Lehrern Recht Treffen der Osnabrücker Personalräte an Gymnasien

Von Dietmar Kröger

Alle ziehen an einem Strang: Mit dieser symbolischen Aktion wollen die Personalräte der Gymnasien in Stadt und Landkreis darauf hinweisen, dass sie weiter gegen die Erhöhung der Stundenzahl kämpfen wollen. Foto: PrivatAlle ziehen an einem Strang: Mit dieser symbolischen Aktion wollen die Personalräte der Gymnasien in Stadt und Landkreis darauf hinweisen, dass sie weiter gegen die Erhöhung der Stundenzahl kämpfen wollen. Foto: Privat

Osnabrück. Niedersachsens Lehrer sind nach wie vor kampfbereit. Es werde weitere Proteste geben, kündigte Hartwig Ahrens, Sprecher des Plenums der Personalräte an niedersächsischen Gymnasien (PPNG), jetzt an. Auf einem Treffen der Personalräte der Gymnasien in Osnabrück und Umgebung sei zudem eine Arbeitszeitstudie für Gymnasiallehrer vorgestellt worden.

Die Erhöhung der Unterrichtsstunden für Gymnasiallehrer um eine Stunde sorgt seit Ende vergangenen Jahres für Proteste bei Lehrern und Schülern , denn eine Unterrichtsstunde, so die Rechnung der Lehrer, bedeutet effektiv zwei bis drei Arbeitsstunden zusätzlich. Während für Vollzeitkräfte sich naturgemäß, das Gehalt nicht verändert, müssen Teilzeitkräfte eine reale Einkommenseinbuße von fast 100 Euro Brutto hinnehmen. Diese Mehrarbeit bzw. dieser Gehaltsverlust schafft Verdruss in der Lehrerschaft. Einen Verdruss, wie er wohl in allen Berufsgruppen entstehen würde, wie Ahrens meint. Eine Konsequenz, die die Pädagogen nach der Erhöhung der Unterrichtsstunden durch ihre Dienstherrin, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gezogen haben, ist die Streichung von Klassenfahrten als eine zusätzliche freiwillige Leistung.

Zur Arbeitsbelastung der Gymnasiallehrer wurde jetzt eine erste Studie vorgestellt. Die von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) finanzierte und von der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaft bereits vor der Stundenerhöhung durchgeführte Erhebung hat eine wöchentliche Arbeitsbelastung der Lehrer von 49 Stunden und 44 Minuten ergeben. Das Datenmaterial lieferten die Kollegen der Tellkampfschule in Hannover, die zwischen dem 24. März und dem 30. Juli minutiös Buch über ihre Arbeitsbelastung führten.

Teilgenommen haben an der Erhebung 39 Lehrkräfte des Hannoveraner Gymnasiums. Ahrens räumt ein, dass die Studie im streng wissenschaftlichen Sinne nicht repräsentativ sei. Gleichwohl spiegele sie durchaus die Realität des Arbeitsalltages der niedersächsischen Gymnasiallehrer wider. Wie viele seiner Kollegen wünscht sich Ahrens eine Ausweitung der Studie, um so zu verlässlichen und belastbaren Aussagen zu kommen.

Mit der zusätzlichen Unterrichtsstunde werde die 50-Stunden-Woche für Gymnasiallehrer zur Regel, so die GEW. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit dürfe aber in Deutschland nicht über 48 Stunden liegen. Die Mehrbelastungen seien deshalb nicht nur aus gesundheitlichen oder pädagogischen Gründen nicht tragbar, sondern auch rechtlich nicht haltbar.


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