Der kleine Laden um die Ecke „Handmade“ – Individuelles für Mama und Kind in Osnabrück

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Das Nähen zum Beruf gemacht haben Maréen Wiesing mit ihrem Label „Nordseeherz“ und Heidi Jabbes mit ihrem Label „Verflixxt und Zugenäht“. Seit zwei Jahren haben die beiden einen kleinen Laden im Stadtteil Wüste. Foto: Stefanie HiekmannDas Nähen zum Beruf gemacht haben Maréen Wiesing mit ihrem Label „Nordseeherz“ und Heidi Jabbes mit ihrem Label „Verflixxt und Zugenäht“. Seit zwei Jahren haben die beiden einen kleinen Laden im Stadtteil Wüste. Foto: Stefanie Hiekmann

Osnabrück. Seit rund fünf Jahren gibt es einen regelrechten Boom selbst gemachter Sachen: Kleidung, Accessoires, Einrichtungsgegenstände, recycelte Kunst – all das wird individuell von Hand gestaltet und nennt sich dann „handmade“, also handgemacht.

Heidi Jabbes und Maréen Wiesing sind zwei Vertreterinnen der Handmade-Szene. Die beiden haben angefangen zu nähen, als sie Kinder bekamen. Seit gut zwei Jahren führen sie nun sogar ein kleines Ladengeschäft im Stadtteil Wüste: Hier trifft das „Nordseeherz“ auf „Verflixxt & Zugenäht“.

Eigentlich kannten sich Heidi Jabbes und Maréen Wiesing gar nicht. Sie wussten nur voneinander und hatten sich mal auf Handmade-Märkten getroffen. „Daher wusste ich, dass Heidi auch den Gedanken hatte, einen eigenen Laden zu eröffnen“, erzählt Maréen Wiesing. Sie rief die Nähkollegin spontan an und fragte, wie das denn nun mit einem eigenen Laden aussehe. Dann ging ein wenig Zeit ins Land, in der beide hin- und herüberlegten. Im September 2012 wurde aus dem Plan tatsächlich Wirklichkeit: Die beiden Frauen eröffneten ihren eigenen kleinen Laden am Schnatgang im Osnabrücker Stadtteil Wüste. Gerade mal 18 Quadratmeter misst das Räumchen. Doch die reichen, um die Näharbeiten der beiden Frauen zu präsentieren. Die Sachen vom Label „Nordseeherz“ von Maréen Wiesing stehen auf der einen Seite, und die vom Label „Verflixxt & Zugenäht“ von Heidi Jabbes auf der anderen Seite des Ladens.

Individualisierte Kissen, bunte Lampenschirme, Shirts mit Schrift und Aufdrucken und viele weitere Artikel für Kinder und ihre Zimmer gibt es bei Maréen Wiesing, die ursprünglich von der Nordsee kommt, im Angebot. Dazu kommen eine Reihe von besonderen Stoffen, die sie für Leute im Angebot hat, die nicht nur fertig Genähtes kaufen möchten, sondern selbst gern an der Maschine sitzen, zuschneiden und gestalten. „Es gibt auch viele, die herkommen, dann die Stoffe sehen und das Nähen einfach mal wieder probieren, das finde ich super“, sagt Maréen Wiesing.

Kleine Taschen mit lustigen Sprüchen, Mützen, Shirts, Schnullerbänder und Kissen kommen auf der anderen Ladenseite aus der Auswahl von Heidi Jabbes Label „Verflixxt und Zugenäht“. „Im Moment liegt der Schwerpunkt auf individuellen, schnellen Babygeschenken“, sagt die Mutter von drei Kindern. Für die gelernte Werbekauffrau haben sich die Näherei und der Spaß am Selbstgemachten maßgeblich durch ihre Kinder entwickelt. „Mein Job lässt sich in Vollzeit schlecht mit drei kleinen Kindern vereinbaren“, sagt sie. Die Nähaufträge jedoch schon – die kann sie nämlich auch abends bearbeiten, wenn die Kinder schlafen.

Für Maréen Wiesing ist der kleine Laden ein Nebenjob. Hauptberuflich ist sie an der Hochschule tätig. Auch für sie hat die Näherei erst mit der Geburt ihres Sohnes angefangen. Und das, obwohl ihre Mutter früher schon immer genäht hat und beruflich in der Textilbranche zu Hause ist. „Ich mag es, gemeinsam mit dem Kunden ein Projekt zu erarbeiten“, sagt sie. Einfach auf Vorrat zu produzieren, das sei nicht ihr Ding. Viel lieber plane sie zum Beispiel ein Kissen oder einen Lampenschirm gemeinsam mit dem Kunden genau so, wie er ihn haben möchte. „Das Individuelle macht mir Spaß“, sagt sie. Und es ist auch zunehmend gefragt. Viele der Selbermacher, die sich im Internet, auf Märkten oder in Geschäften tummeln, bieten ihren Kunden an, Artikel durch Namen oder Sprüche zu individualisieren. Auch die Stoffe und Farben dürfen oft vom Kunden ausgewählt werden. Die Zielgruppe für Handmade-Angebote habe sich längst daran gewöhnt, bestätigen Heidi Jabbes und Maréen Wiesing. Das Individuelle sei das, was den Menschen am „Handmade“-Trend so gut gefällt. „Man möchte etwas verschenken, das nicht jeder schenkt.“


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