Angebote müssen ausfallen Jugend-Kultur-Tage leiden unter Räumung am Osnabrücker Güterbahnhof

Von Dietmar Kröger


Osnabrück. Der Rausschmiss des Kulturvereins Petersburg aus seinen Räumen am ehemaligen Güterbahnhof durch die Eigentümerin, die Zion GmbH, wirkt sich nun auch auf die Jugend-Kultur-Tage aus. Etliche Programmpunkte, die an der Hamburger Straße stattfinden sollten, müssten ausfallen, beklagte der Veranstalter, der Verein Fokus.

„Die Jugend-Kultur-Tage verstehen sich als Forum für Jugendkultur, bei dem es darum geht Kreativität und Querdenken anzuregen und den Stellenwert von Jugend und ihrer Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken“, so der Verein Fokus in einer Pressemitteilung . In diesem Jahr stehe das Thema Freiraum im Fokus. Leerstandnutzung in der Johannisstraße,Startfenster auf dem Neumarkt,Startfenster auf dem Neumarkt, Freiraum-Meile mitten durch die Stadt und der 1. Osnabrücker Longboard Contest in einer leeren Lagerhalle auf dem Hellmann-Gelände hätten gezeigt, dass „diese Grundidee in großen Teilen funktioniert“.

Am Güterbahnhof allerdings werde die Jugendkultur „mit Füßen getreten“. Durch die Räumungsklage der Zion GmbH gegen den Kulturverein Petersburg, mit dem Fokus im Zuge der Jugend-Kultur-Tage mehrere Veranstaltungen durchführen wollte, werde ein in Osnabrück einmaliges „kostbares Gebilde“ zerstört, das Kreativität dauerhaft Raum geboten habe.

„Davon sind nun auch die Jugend-Kultur-Tage betroffen“, heißt es in der Stellungnahme weiter, einige fest eingeplante Programmpunkte müssten ausfallen. Der Kunst-Workshop „Schwebende Recycling-Gebilde“, bei dem aus diversen scheinbaren Abfallprodukten wie Holz, Plastiktüten und Stoffen unter Anleitung von erfahrenen Künstlern Objekte entstehen sollten, sei das erste Angebote, das aufgrund der Aktion der Zion GmbH nicht stattfinden könne. Auch die Jamsession am 16.10., der „Lastenfahrradbau“ am 21.10. sowie die Einführung in den „Tango Argentino“ am 22.10. fallen aus. „Das ist ein herber Schlag nicht nur gegen den Freiraum Petersburg, sondern gegen Kulturschaffende in Osnabrück, freie Träger wie in diesem Fall den Verein Fokus und insbesondere gegen die jungen Menschen, an die sich diese Angebote richten und die hiermit in ihrer Entfaltung beschnitten werden.“

Zwar sei dem Kulturverein Petersburg von der Stadt dankenswerter Weise der Ringlokschuppen als spontane Ausweichmöglichkeit angeboten worden, doch was in fünf Jahren an der Petersburg gewachsen sei, ließe sich dorthin aufgrund anderer räumlicher Voraussetzungen nicht einfach so transferieren und übergangslos fortsetzen, was sich jetzt am Ausfall dieser Angebote der Jugend-Kultur-Tage dokumentiere. Die Hoffnung besteht, dass zumindest die verbleibenden Workshops „Hackspace Wurmloch“, bei dem Grundlagen des Lötens in Theorie und Praxis erlernt werden können, und das gemeinsame Gärtnern im „Gemeinschaftsgarten Querbeet“ stattfinden können, wenn auch wahrscheinlich an anderer Stelle als ursprünglich geplant.

Man habe bis zuletzt auch gehofft, dass die Zion GmbH mit der Durchsetzung der Räumungsklage zumindest so lange warten würde bis die Jungend-Kultur-Tage abgeschlossen wären, so Hanna von Behr vom Verein Fokus. Diese Hoffnung sei enttäuscht worden. Nun müssten die genannten Veranstaltungen ausfallen, weil so schnell kein anderer Ort gefunden werden könne. Die Zion GmbH wollte auf Nachfrage unserer Zeitung keine Stellung zu dem Vorgang nehmen.


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