Plastiktütenfreies Osnabrück Schirmherr lässt Klimabotschafter nicht im Regen stehen

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Der Oberbürgermeister hat Bedenken der Ursulaschüler zerstreut, er meine es nicht ernst mit der Schirmherrschaft beim Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“. Am Mittwoch trafen sich alle zum klärenden Gespräch im Rathaus. Foto: Stadt OsnabrückDer Oberbürgermeister hat Bedenken der Ursulaschüler zerstreut, er meine es nicht ernst mit der Schirmherrschaft beim Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“. Am Mittwoch trafen sich alle zum klärenden Gespräch im Rathaus. Foto: Stadt Osnabrück

Osnabrück. Der Schirmherr lässt die Aktion „Plastiktütenfreies Osnabrück“ nicht im Regen stehen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sicherte den Klimabotschaftern der Ursulaschule am Mittwoch erneut volle Unterstützung zu. Bedenken wegen seiner Enthaltung im Rat scheinen nach dem Treffen mit den Jugendlichen zerstreut.

Ziel der 16-köpfigen Gruppe von Gymnasiasten ist es, die Stadt bis Ende 2017 von Plastiktüten zu befreien . Ein wachsendes Bündnis einflussreicher Institutionen steht hinter ihnen. Offiziell gehören jetzt auch Rat und Verwaltung dazu, seit dem einstimmigen Beschluss eines Antrags zur „Eindämmung des Verbrauchs von Plastiktüten in Osnabrück“ Ende September.

Allein das Abstimmungsverhalten des OB hatte für Irritationen gesorgt: Weil er erklärte, angesichts der desolaten Stadtfinanzen Kosten und Mühen zu scheuen, den dieser Beschluss verursache, waren die Schüler verunsichert , wie ernst es Griesert denn nun meine mit seiner Schirmherrschaft . Umweltpolitiker aus Reihen der Zählgemeinschaft von SPD und Grünen, die den Antrag gestellt hatten, kritisierten die Enthaltung und forderten eine eindeutige Stellungnahme – die nicht lange auf sich warten ließ.

Ein erstes, schriftliches Statement lieferte Griesert bereits am Freitag via Facebook . Ein zweites, persönliches folgte nun am Mittwochmorgen im Rathaus, wo der Oberbürgermeister die Klimabotschafter zum klärenden Gespräch empfing. Im Raum Sophie Charlotte tauschten sie ihre unterschiedlichen Positionen aus. Und auch wenn keiner richtig nachgab: Am Ende hatten sich alle wieder lieb.

Einig im Ziel

Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls die gemeinsame Erklärung, die am Nachmittag vom Presseamt verbreitet wurde. „Wir sind uns völlig einig in dem ehrgeizigen Ziel, das ich als Schirmherr sehr gern unterstütze“, erläutert Griesert darin seine Auffassung. „Aber ich bin eben auch der Meinung, dass die Verwaltung nicht zusätzlich ein Konzept erarbeiten muss.“ Die Ursulaschüler hingegen betonen, dass ohne die Unterstützung der Stadt das ehrgeizige Ziel, Osnabrück bis Ende 2017 plastiktütenfrei zu machen, nicht zu erreichen sei. Sie halten daher an der Kritik am Abstimmungsverhalten ihres Schirmherrn fest, hätten aber „im Gespräch gemerkt, dass der Oberbürgermeister das Projekt voranbringen will“. Deshalb stimmten sie nach dem Treffen auch dafür, Griesert als Schirmherrn zu behalten.

Konkret schlägt der OB vor, gemeinsam „ein Zertifikat oder ein Emblem“ zu entwerfen, das Osnabrücker Geschäfte als plastiktütenfrei ausweist. Eine Idee, an der die Klimabotschafter bereits arbeiten. „Lasst uns zusammen einen Brief an die Osnabrücker Einzelhändler schreiben und für eure Idee werben“, fordert der Schirmherr die Schüler auf. „Und lasst uns zusammen jeden Einzelhändler und jedes Unternehmen mit unserem Zertifikat öffentlich auszeichnen, dass diese Idee unterstützt.“


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