„Gedanke des Teilens im Mittelpunkt“ Erntedankmarkt der Domschule – Fast 14.000 Euro für Indienhilfe

Von Markus Strothmann


Osnabrück. Ein Scheck über 13723 Euro für die Indienhilfe und ein großer Erntedankmarkt für wohltätige Zwecke: Beim Erntedankfest der Domschule wurde jetzt einmal mehr deutlich, dass dort neben dem namensgebenden Kern der Sache auch die handfeste Hilfe für bedürftige Menschen im Mittelpunkt steht.

Beim Erntedankmarkt verkauften die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulhof selbst gemachte Leckereien, Gebasteltes und vieles mehr. Die Spenden kommen sozialen Projekten zugute. Elisabeth, Josina (beide 11) und Merle (10) etwa verkauften unter anderem Bilder und kleine Stoffeulen: „Alles selbst gemacht“, wie Elisabeth betonte.

„Alle Schüler beteiligen sich und stellen Dinge für den Markt zur Verfügung. Der Gedanke des Teilens steht im Mittelpunkt“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Müller.

Schulleiter Axel Diekmann begrüßte die Schüler, Lehrer und die zahlreich erschienenen Eltern von der unbedachten Bühne aus: „Einmal im Jahr sehen wir hier viele bunte Gaben auf unserem Erntedankmarkt. Der Anlass ist, für Gottes Schöpfung zu danken.“ Hierzulande sei man es zwar gewöhnt, das Essen einfach im Supermarkt zu kaufen, wo das ganze Jahr über so gut wie alles verfügbar ist. Das sei aber keine Selbstverständlichkeit, und daran solle das Erntedankfest erinnern. Der Schulchor sang „Mit der Erde kannst du spielen“ mit Unterstützung der textsicheren Zuhörer.

Anschließend beteten die Besucher gemeinsam mit Pastor und Religionslehrer Thomas Herzberg. Dompfarrer Ulrich Beckwermert sprach den Erntesegen. Die Bekanntmachung des Tages erfolgte dann durch Sabine Müller: Mit Ausnahme des fünften Jahrgangs haben im Juli wieder alle Schüler der Domschule am „Sozialen Tag“ teilgenommen. Dabei sucht sich jeder Schüler mindestens einen Job und stellt sein Gehalt zur Verfügung für Hilfsprojekte in Indien, organisiert durch Pater Franklin Rodrigues vom Orden der Pilar Fathers. Mit ihm arbeitet die Domschule seit rund 30 Jahren zusammen, die Spenden der Schüler ermöglichten seiner Organisation zuletzt die Gründung einer Nähschule für Mädchen.

Als Sabine Müller am Freitag den Scheck über die stolze Summe von 13723 Euro präsentierte, klappten bei vielen Gästen die Kinnladen herunter. „Das ist eure Leistung, das habt ihr geschafft“, rief Sabine Müller, um den lauten Applaus einigermaßen zu übertönen. Sie kündigte an, mit dem Geld werde der Bau eines eigenen Gebäudes für die indische Nähschule finanziert – bis jetzt lernen die angehenden Näherinnen ihr Handwerk noch im Obergeschoss von Pater Franklins Kirche. Besonders freut sich Sabine Müller jetzt auf die anstehende Indienreise in Begleitung weiterer Lehrer von Domschule und Gymnasium „In der Wüste“ sowie von Jürgen Fluhr vom Wallenhorster Verein „Indienhilfe Deutschland“.

„Endlich machen wir mal einen Gegenbesuch“, so Müller, „bis jetzt hat Pater Franklin immer nur Bilder gezeigt, und jetzt können wir das selbst mal sehen“. Die Stationen der Reise sind unter anderem Kalkutta, Mumbai und Gopal, wie Jürgen Fluhr sagte. Dabei werden die Besucher aus Osnabrück und Wallenhorst natürlich auch den Fortschritt der Bauarbeiten am Gebäude der Nähschule inspizieren. Baubeginn war am 1. September, die Einweihung ist für Ende dieses Jahres geplant.


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