Glückliches Ende an der Domschule Neubau des Milchpavillons eröffnet


Osnabrück. Die Domschule hat wieder ihren typischen Milchpavillon. Das seit 1954 direkt auf dem Schulgelände stehende Gebäude war im Februar 2012 einer Brandstiftung zum Opfer gefallen. Kürzlich konnte der neu errichtete Pavillon wiedereröffnet werden – was die Schule nun, kurz vor Beginn der Sommerferien, noch einmal mit einem offiziellen Einweihungsfest feierte.

Dabei war auch das ehemalige Hausmeisterpaar zugegen, das einst im Pavillon Milch und Kakao an die Schüler verkauft hat. Als „Milchpavillon“ wurde das Häuschen zwar schon vor dem Feuer nicht mehr genutzt – doch seinen Namen aus der Vergangenheit hat es stets behalten. Und so soll es auch künftig sein.

Vor der Kulisse der Herz-Jesu-Kirche am Rande des großen Schulhofes steht er nun wieder, der Milchpavillon der Domschule. Aus hellem Holz, mit abgeschrägten Stützen, einer Vielzahl an großen Fenstern und vor allem auch mit seiner typischen „Pickelhaube“. Damit wurde er seinem Vorgänger getreu nachgebaut. Anlässlich der Einweihung war der Milchpavillon mit bunten Girlanden geschmückt.

In Zukunft wird er als „Raum der Begegnung“ genutzt. Somit diene er Schülern und Lehrern als Rückzugsort, könne aber auch für den Unterricht, den Schülerrat oder für Andachten genutzt werden, wie Schuldirektor Axel Diekmann berichtete. Um in der Pause Getränke und kleine Snacks zu kaufen, suchen die Schüler bereits seit 2006 die Cafeteria der Domschule auf.

Früher machte der Milchpavillon seinem Namen jedoch alle Ehre: Seit 1962 verkauften dort Anni und Adolf Meyer Milch und Kakao. „Damals bin ich noch jeden Morgen zur Molkerei gefahren. Schön, dass der Pavillon nach der Brandstiftung jetzt wieder aufgebaut wurde“, sagte Adolf Meyer. „Wir sind immer gern hier gewesen, es herrschte ein familiäres Verhältnis an der Schule“, ergänzte seine Ehefrau.

Neben der Feier zur Einweihung präsentierte die Domschule ihre Projektwoche unter dem Motto „Sieh mal über den Tellerrand“. Mit einer erfrischenden und humorvollen Rede leitete Diekmann den gemeinsamen Nachmittag ein. Zu der Feier waren viele Schüler und Eltern gekommen. Diekmann dankte dem Bistum Osnabrück, den Baufirmen Jacobi und Richter, den Müttern von der Initiative „gesundes Frühstück“ und dem Förderverein der Schule, die alle dabei geholfen hätten, den Wiederaufbau des Pavillons zu realisieren. Anschließend zog er Parallelen zwischen der Geschichte des Milchpavillons und der Fußball-Weltmeisterschaft: Als dieser 1954 errichtet wurde, gewann Deutschland den ersten Stern. 2014, bei der Wiedereröffnung, ergatterte die Nationalmannschaft den vierten Stern. Folglich müsse im Jahr 2054 abermals die Weltmeisterschaft gewonnen werden, da der Milchpavillon dann 100-jähriges Bestehen feiern werde.

Anschließend begann Dompfarrer Ulrich Beckwermert gemeinsam mit dem evangelischen Pastor Thomas Herzberg eine Andacht. Beckwermert betonte, dass es lange nicht festgestanden habe, ob der Pavillon wieder aufgebaut werden würde. Doch: „Wo einst Zerstörung war, ist ein Neuanfang möglich.“ Nun bestehe die Möglichkeit, sich im Milchpavillon zurückzuziehen – und aufgrund der großen und vielen Fenster sei man dort dennoch nicht von der Außenwelt abgeschnitten.

„Das Zusammenwirken so vieler hat den Wiederaufbau möglich gemacht“, sagte Pia Prinz in ihrer Fürbitte. Kim Kohlbrecher sieht vor allem den Vorteil, dass nun für Gruppenarbeiten ein schöner Raum zur Verfügung stehe. Die Mütter des „gesunden Frühstücks“ spendeten im Zuge der Feier außerdem 30 Yoga-Matten. Im Anschluss an die Einweihung fanden verschiedene Aufführungen statt. So wurden Schüler und Eltern der Domschule mit Flamenco, einem Theaterstück, Salsa, Karate und einer Partie Rollstuhlbasketball unterhalten.


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