Rechtfertigung auf Facebook Plastiktütenfreies Osnabrück: Griesert steht zur Enthaltung

Von Sebastian Stricker

Osnabrück Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Stadt OsnabrückOsnabrück Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Stadt Osnabrück

Osnabrück. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) verteidigt seine Enthaltung bei der Abstimmung über einen Ratsantrag zur Eindämmung des Verbrauchs von Plastiktüten in Osnabrück. Seiner im Rat erfolgten Begründung, angesichts des kommunalen Sparzwangs der von ihm geführten Verwaltung Arbeit und der Stadt Kosten ersparen zu wollen, fügte er nun eine schriftliche Erklärung im Internet hinzu.

Damit reagiert das Stadtoberhaupt auf Kritik aus Reihen der Fraktionen von SPD und Grünen, die sein Zaudern im Nachgang öffentlich bemängelt hatten. Angeblich bremse Griesert ein am Freitagabend gestartetes, gleichgelagertes Umweltschutzprojekt von Jugendlichen, obwohl ausgerechnet er dessen Schirmherr ist. Auch die betroffenen Youthinkgreen-Aktivisten der Ursulaschule selbst finden das Abstimmungsverhalten des OB erklärungsbedürftig: Sie haben um einen persönliches Treffen am Mittwoch gebeten.

Wolfgang Griesert rechtfertigte sich am späten Freitagabend in einem Kommentar auf der Facebook-Seite unserer Redaktion. Leider sei es bei dem einstimmig beschlossenen Ratsantrag der rot-grünen Zählgemeinschaft nicht um die Unterstützung der Klimabotschafter gegangen, schreibt der Oberbürgermeister. Vielmehr sei die Verwaltung beauftragt worden, „ein eigenes umfassendes Konzept“ zu erstellen, wie sich der Verbrauch von Plastiktüten in Osnabrück verringern lasse. Dazu habe er empfohlen, zunächst das dreijährige Youthinkgreen-Projekt „abzuwarten und nicht den Jugendlichen wegzunehmen“.

Seine Unterstützung sei als Repräsentant der Kampagne selbstverständlich. Die Schüler könnten ihn bei Bedarf direkt ansprechen. „Dazu bin ich als Schirmherr schließlich da!“ Gleichlautend äußerte sich Griesert auf seiner eigenen Facebook-Seite. Dort teilte er einen Bericht unserer Redaktion über die Eröffnung der Jugendkulturtage, in dessen Rahmen das Anti-Plastiktüten-Projekt an den Start ging. In seinem Eintrag würdigt der Oberbürgermeister das Vorhaben der Ursulaschüler als „tolle Aktion“.

Ein Jahr im Amt: Wie macht sich Oberbürgermeister Griesert? ››

Ziel der Klimabotschafter ist es, die Stadt bis Ende 2017 von Plastiktüten zu befreien. Ein wachsendes Bündnis einflussreicher Institutionen steht hinter ihnen. Geplant ist beispielsweise, alte Plastiktüten einzusammeln und anderweitig wiederzuverwenden. Außerdem sollen mindestens 1000 selbst bedruckte Baumwollbeutel verteilt werden.