Neues im BBK-Kunstquartier BBK-Künstler stellen zum Motto „Metamorphosen“ aus

Geheimnisvolle Rieseneier zeigt die Künstlerin Ilse Kampen. Blick in die BBK-Ausstellung. Foto: Thomas OsterfeldGeheimnisvolle Rieseneier zeigt die Künstlerin Ilse Kampen. Blick in die BBK-Ausstellung. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Der BBK macht mobil: In 62 Städten der Bundesrepublik eröffnet der „Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler“ unter dem Titel „zeitgleich 2014 zeitzeichen“ Ausstellungen, die wieder einen weit gefächerten Überblick über das Kunstschaffen in unserem Land geben sollen. Der BBK Osnabrück beteiligt sich an dem Großprojekt mit aktuellen Werken von zehn Mitgliedern, die ab Freitag, 10. Oktober, unter dem Motto „Metamorphose“ im BBK-Kunstquartier ausgestellt werden.

Was war in den riesigen, aufgeplatzten Eiern und den Kokons im Schilf? Waren es große, schöne Tiere, die sie beherbergten? Oder sind es Relikte aus einer Zeit, da unsere Flora und Fauna noch üppiger gedieh als heute, da der Mensch beispielsweise durch das Abholzen von Regenwaldgebieten die Artenvielfalt drastisch reduziert?

„Entflogen“ nennt die Osnabrücker Künstlerin Ilse Kampen ihre Installation, die jetzt auf dem Boden des Ausstellungsraums zu sehen ist. Ein künstlerisches Statement zum Einfluss des Menschen auf seine Umwelt. Genauso wie die Installation „Nestle Pure Life“ von Jens Raddatz , mit der er auf die Ausbeutung von Natur und Mensch durch einen Nahrungsmittelkonzern aufmerksam machen will. Aber es gibt im Kunstquartier auch spirituelle oder poetische, philosophische oder rein künstlerische „Metamorphosen“ zu sehen. Wie sich die deutsche Gesellschaft in den 100 Jahren seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges verändert hat, fragt Jelena Reinert, „Botschaften an den Himmel“ schickt Gerda Wantia mit einem Wandobjekt, und Sylvia Lüdtke lässt eine ach so liebliche Libelle im Close-up zu einem Monster mutieren, während die blutsaugende und Krankheiten bringende Zecke recht harmlos ausschaut – Metamorphosen durch künstlerische Verfremdung. In der Fotografie von Tina Schick taucht ein Mensch seine Hand in eine Ursuppe aus „Zeitzeichen“ und schlägt so eine Brücke zum bundesweiten Thema.

Denn „zeitgleich“ bezieht sich auf die temporäre Dimension der insgesamt 62 Ausstellungen, derweil „zeitzeichen“ eine inhaltliche Zielsetzung intendiert. Seit 1997 bildet der BBK mit dem Projekt die künstlerische Vielfalt in Deutschland ab. Und vielleicht schaffen es die im BBK organisierten Künstler auch, mit dem Ausstellungsprojekt ein „gemeinsames Zeichen für die Verteidigung der künstlerischen Freiheit zu setzen“, wie es Professorin Monika Grütters formulierte, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Schirmherrin der Veranstaltung.

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Metamorphose: zeitgleich 2014 zeitzeichen“. Ausstellung mit Werken von Henning Heigl, Bernd Hildenbrand, Ilse Kampen, Sylvia Lüdtke, Jens Raddatz, Jelena Reinert, Günter Sponheuer, Tina Schick, Gerda Wantia und Regine Wolff. 10. 10. (Eröffnung um 19 Uhr) bis 8. 11., Di.–Fr. 14–18 , Sa. 11–16 Uhr.


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