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09.10.2014, 10:34 Uhr MÜLLVERMEIDUNG OBERSTES GEBOT

Plastiktütenfreies Osnabrück: utopisch – na und?

Kommentar von Sebastian Stricker

Schön praktisch, die Plastiktüte: heute Tragetasche, morgen Müllsack. Doch darin liegt zugleich die Gefahr. Foto: dpaSchön praktisch, die Plastiktüte: heute Tragetasche, morgen Müllsack. Doch darin liegt zugleich die Gefahr. Foto: dpa

Osnabrück. Es klingt utopisch und ist es auch. Osnabrück bis Ende 2017 frei von Plastiktüten? Nicht zu schaffen, solange Freiwilligkeit die einzige Triebfeder ist. Dafür ist der Mensch einfach zu bequem, ist die persönliche Betroffenheit nicht groß genug, um die Dringlichkeit des Plastikmüll-Problems schon heute vollständig zu erfassen und es zum Maßstab eigenen Handelns werden zu lassen.

Wer trotz Alternativen nicht einmal für kurze Wege sein Auto stehen lassen kann, zumindest hin und wieder fair gehandelte und ökologisch saubere Produkte einkauft oder alles, was kaputt geht, neu anschafft, anstatt es zu reparieren, wird sich auch vom Kunststoffbeutel nicht trennen. Ist ja so schön praktisch, die Plastiktüte: heute Tragetasche, morgen Müllsack. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und häufig kostet sie nicht einmal etwas.

Die Idealisten der Ursulaschule verdienen Respekt für ihren Mut, den Resignierten, Arglosen und Unwissenden die Stirn zu bieten. Ihr Vorhaben braucht jede Unterstützung. Erst recht die des Oberbürgermeisters, der als Sparfuchs mit einer zauderlichen Enthaltung im Rat das Projekt schon vor dem Start unnötig bremst, anstatt es mit jener Entschlossenheit voranzutreiben, wie man sie von einem Schirmherrn verlangen darf.

Drei Jahre Zeit haben sich die Klimabotschafter und ihr Bündnis nun gegeben, um das Gebot der Müllvermeidung in Osnabrück zu verkünden. Wer es danach nicht verstanden hat, muss wohl mit einer Plastiktüte über dem Kopf durch die Stadt gelaufen sein.


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