Architektur in Osnabrück Das European Legal Studies Institute

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Moderner Komplex: Institutsgebäude ELSI. Foto: SeilerModerner Komplex: Institutsgebäude ELSI. Foto: Seiler

cby Osnabrück. Glas als verbindendes Element - im Falle des Anfang 2009 fertig gestellten Gebäudekomplexes des European Legal Studies Institute (ELSI) an der Süsterstraße wurde dieser architektonische Gedanke eindrucksvoll umgesetzt. Über drei Stockwerke erstreckt sich die Glasfassade an Vorder- und Rückseite und integriert dabei Ein- und Ausgang, zugleich aber auch den Übergang zwischen den beiden Gebäudeteilen.

Modern und von sachlicher Formensprache geprägt präsentiert sich das äußere Erscheinungsbild des auch international renommierten Instituts, welches dem Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität angegliedert ist. Die Neugier des Betrachters wecken dabei vor allem neun würfelartige, dunkelrote Ausbuchtungen an der Außenfassade, die kontrastierende farbliche Akzente setzen. Ihnen kommt nicht nur eine dekorative Funktion zu, sondern sie bieten mit integrierten „Anlesetischen“ der Forschungsbibliothek im Gebäudeinnern unkonventionelle Arbeitsstehplätze.

Erbaut wurde der Komplex nach Plänen des mit weltweit 250 Mitarbeitern bedeutenden Architekturunternehmens KSP Engel und Zimmermann . Heute erscheint nur schwer vorstellbar, dass an dieser Stelle vor einigen Jahren das Möbelhaus Sandkühler sein Angebot offerierte – und doch griffen die Architekten die Vorgeschichte des Gebäudes auf, indem sie, nach der vollständigen Entkernung, den alten Industriecharme baulich mit einbezogen. So blieb unter anderem eine alte, die Stockwerke verbindende, Treppe aus Möbelhauszeiten ebenso erhalten wie wuchtige Pfeiler, die heute im großzügig geschnittenen Foyer säulenartige Wirkung entfalten. An den 5,5 Millionen Euro Baukosten beteiligten sich sowohl der Bund als auch das Land Niedersachsen und signalisierten damit, welchen hohen Stellenwert sie der im Institut praktizierten rechtsvergleichenden und rechtsvereinheitlichenden Forschung einräumen. Während der eine Gebäudeteil drei Hörsäle, einen Seminar- und Multimediaraum sowie die Institutsbüros beherbergt, findet im anderen die mittlerweile 100000 Bände umfassende Forschungsbibliothek ausreichend Platz. Brückenartig angelegte Gebäudeübergänge im verglasten Mittelbereich bieten ein Raumerlebnis, dass stellvertretend die hohe Passung zwischen Architektur und Institutszielsetzung erfahrbar macht.

Metropolenfaktor: 5 von 6 Sternen
Stadtbildfaktor: 5 von 6 Sternen
Wohlfühlfaktor: 6 von 6 Sternen


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