Experte gibt Osnabrücker Schülern Tipps Urheberrechte im Netz: Was darf ich hochladen?

Bei einem Vortrag in der Osnabrücker Ursulaschule zeigte Volker Lüdemann Spielraum und Grenzen des Urheberrechts im Internet auf. Foto: Klaus LindemannBei einem Vortrag in der Osnabrücker Ursulaschule zeigte Volker Lüdemann Spielraum und Grenzen des Urheberrechts im Internet auf. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Einen Konzertmitschnitt im Internet hochzuladen kann schnell teuer werden. Das hat Volker Lüdemann, Professor an der Hochschule Osnabrück, bei einem Vortrag in der Ursulaschule erklärt. Er zeigte den Jugendlichen Grenzen und Spielräume des Urheberrechts im Internet auf.

Wöchentlich habe Lüdemann mit Studenten zu tun, die selbst eine Abmahnung bekommen haben. Ein Verstoß gegen das Urheberrecht könne schnell mehrere Tausend Euro kosten. Internetnutzer sollten daher gut informiert sein. Es gibt Grundregeln, sagt der Experte: „Praktisch jeder Inhalt im Internet ist genauso geschützt wie anderes Eigentum.“ Für die Nutzung sei daher eine Einwilligung des Urhebers erforderlich, außer wenn sie gesetzlich erlaubt ist. Die wichtigsten Fragen zum Thema im Überblick:

Wie werden Verstöße gegen das Urheberrecht aufgedeckt?

Jede Datei habe einen digitalen Fingerabdruck. Firmen und auch einzelne Personen suchen mittlerweile gezielt nach illegal genutzten Inhalten. „Es ist ein Geschäftsmodell. Für einen legalen Download erhält der Urheber 60 Cent, wenn ein Verstoß gegen das Urheberrecht entdeckt wird, sind es 150 Euro.“ Software mache es immer einfacher herauszufinden, auf welchen Seiten Texte und Bilder verwendet werden.

Was kann ein Internetnutzer ohne rechtliche Folgen in sozialen Medien hochladen?

Eigene Inhalte können nach Aussage von Lüdemann problemlos geteilt werden, solange nicht die Persönlichkeitsrechte anderer verletzt werden. „Ein Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild ist keine Lappalie.“ Bei einem Foto, auf dem andere Personen deutlich zu erkennen sind, müsse vor dem Hochladen gesichert sein, dass die abgebildeten Leute einverstanden sind. Kritisch sei es, fremde Bilder zu nutzen, beispielsweise als Profilbild. Auch die Verwendung von Karten könne Konsequenzen haben: „Der Abmahnklassiker sind Stadtplan-Ausschnitte auf Einladungen.“

Worauf ist bei Musikplattformen zu achten?

Entgegen der allgemeinen Befürchtungen sei es erlaubt, Lieder für den privaten Gebrauch herunterzuladen. Ebenso legal sei die Umgehung der Gema-Sperre durch einen Proxy Server. Problemlos könnten Internetnutzer außerdem Konzertmitschnitte ansehen. Diese hochzuladen sei jedoch ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht. Lüdemann rät, Ausschnitte von Schulaufführungen nicht im Internet zu veröffentlichen: „Auch Bearbeitungen betreffen das Urheberrecht.“

Welche Filme sind im Internet legal verfügbar?

Auf legalen Plattformen wie Youtube können Filme kostenlos und ohne rechtliche Konsequenzen angesehen werden. Aktuelle Kinofilme auf Seiten wie „kinox.to“ herunterzuladen sei allerdings offensichtlich rechtswidrig. Lüdemann warnt vor der Benutzung von Tauschbörsen. Auf diesen Portalen müssten Internetnutzer mit den höchsten Strafen rechnen. Das Herunterladen sei dabei ebenso riskant wie das Hochladen.

Wie sollten Nutzer auf Abmahnungen reagieren?

„Eine Abmahnung sollte nur ernst genommen werden, wenn sie per Post zugestellt wird. Forderungen per E-Mail können sofort gelöscht werden.“ Es sei das Beste, einen Anwalt einzuschalten. Meistens gebe es Verhandlungsspielraum. Gezahlt werden müsse aber trotzdem. Falsch sei es, einfach abzuwarten. Lüdemann warnt außerdem davor, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.


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