„Männerhort“ Kritik „Männerhort“: Biederes Spiel mit den Klischees:

Von Reinhard Westendorf

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Osnabrück. Elyas M’Barek, Christoph Maria Herbst und Detlev Buck glänzen in der „Männerhort“-Verfilmung der gleichnamigen Theater-Komödie von Kristof Magnusson.

Früher gab es Herrenclubs und Rauchersalons, heute den „Männerhort“ – zumindest auf der Bühne und jetzt auch im Kino. Das 2003 uraufgeführte Boulevardstück des isländisch-deutschen Autors Kristof Magnusson wurde für die Leinwand mit ein paar zusätzlichen Slapstick-Einlagen adaptiert.

In ihrem geheimen Rückzugsreservat, einem aufgepeppten Heizungskeller in einer Neubausiedlung, genießen drei von ihren Beziehungen gefrustete Kerle die Freizeit bei Bier, Chips und Fußballgucken. Doch diese „letzte Bastion der Männlichkeit“ ist nach der Entdeckung durch den gewissenhaften Hausmeister bedroht.

„Wenn der Feind die Sonne verdunkelt, kämpfen wir im Schatten“ lautet die von Darsteller Detlev Buck (in ungewohnter Rolle als homosexueller Ex-Pilot) geäußerte Taktik zur Erhaltung der frauenfreien Zone. Und schon bald ist der insgeheim gleichfalls unterm Pantoffel stehende Facility Manager türkischer Herkunft ein neues Mitglied im Männerbund. Aber die vier von entfesselten Shopping-Frauen „Stück für Stück enteierten“ Möchtegern-Machos haben ihre schlichte Rechnung ohne ihre wahren Gefühle und verlogenen Geschlechterrollen gemacht.

Im Grunde nicht mehr oder weniger als ein alle Klischees ausspielender Herrenwitz, über den auch die Damen spontan lauthals lachen werden, trumpft der inszenatorisch biedere „Männerhort“ zumindest darstellerisch auf. Christoph Maria Herbst, der seine Fiesling-Rolle schon auf der Bühne spielte, präsentiert selbst abgelaufene Kalauer frisch und frech.

Männerhort. D 2014, R: Franziska Meyer Price. D: Elyas M’Barek, Christoph Maria Herbst, Detlev Buck; 97 Min., ab 12; Cinema-Arthouse, Cinestar, Filmpassage


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