Von Westerkappeln nach Osnabrück 8000 Bewohner in und um Osnabrück von Stromleitung betroffen

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Die Trasse 18 der 380-kV-Höchstspannungsleitung führt von Westerkappeln nach Osnabrück-Lüstringen. Grafik: NOZ/ArchivDie Trasse 18 der 380-kV-Höchstspannungsleitung führt von Westerkappeln nach Osnabrück-Lüstringen. Grafik: NOZ/Archiv

Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück will auf der geplanten Trasse der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Westerkappeln nach Osnabrück-Lüstringen (Nummer 18) alle Möglichkeiten der Erdverkabelung prüfen lassen.

Bei der Unterschreitung des Mindestabstandes von 400 Metern zu Wohnsiedlungen und 200 Metern zu Einzelhäusern im Außenbereich müssten „alle Möglichkeiten betrachtet und verifiziert werden, um eine Erdverkabelung auch für Teilabschnitte dieser Trasse zu ermöglichen“, schreibt der Landkreis in einer Vorlage, die bei einer Sitzung des Planungsausschusses in Georgsmarienhütte vorgestellt wurde.

Das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt ist bereits am 3. September eingeleitet worden . Der Landkreis hat eine Frist bis zum 31. Oktober, um eine Stellungnahme zu dem beabsichtigten Plan abzugeben. Auf dem rund 14 Kilometer langen Leitungsabschnitt in Niedersachsen beschränkt sich die Baumaßnahme bei der sogenannten Trasse 18 auf den Neubau von sechs Masten. Im Landkreis durchläuft die Trasse auf 2,8 Kilometern die Gemeinde Hasbergen. Hier ist kein Neubau, sondern lediglich eine Änderung der Spannungsebene von 220-kV auf 380-kV vorgesehen. Auf dem 10,9 Kilometer langen Osnabrücker Abschnitt ist neben der Änderung der bisherigen 220-kV-Beseilung bei einigen Masten auch ein Neubau der Masten wenige Meter versetzt vom bisherigen Standort vorgesehen. An der Größe der 60 bis 75 Meter hohen Masten ändert sich nichts. Durch einen Umbau der Leitung sollen alle Stromkreisplätze genutzt werden. Die Bauarbeiten sollen nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens voraussichtlich Mitte 2015 beginnen und dann nach sechs bis zehn weiteren Monaten abgeschlossen werden. Im gesamten Verlauf dieses Abschnitts sind nach Angaben der Verwaltung etwa 8000 Bewohner betroffen.

Die Hasbergener Kreistagsabgeordnete Susanne Breiwe kritisierte, dass die Trasse bei einigen Hasbergern „schon fast im Garten“ sei. Auf die Frage, ob der Landkreis einen Teil der Kosten für eine Studie übernehme, die die Auswirkungen der Magnetfelder untersuche, die von so einer 380-kV-Höchststpannungsleitung ausgehe, sagte Kreisrat Winfried Wilkens, dass er so eine Studie für „Aktionismus“ halte. Die vorgeschriebenen Abstände müssten schlichtweg eingehalten werden.

Unterdessen bekräftigte der CDU-Ortsverband Osnabrück-Hellern den Beschluss des Rates der Stadt Osnabrück , zum Raumordnungsverfahren zurückzukehren und eine Prüfung alternativer Trassenverläufe durchzuführen. In einem Planfeststellungsverfahren würden keine alternativen Trassen mehr geprüft. Zudem hätten Bürger „ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens“, wie der CDU-Ortsverband Hellern mitteilt.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion war für eine Stellungnahme zu den Forderungen des Landkreises, der Stadt und des CDU-Ortsverbandes nicht zu erreichen.


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