Gedenken an 400 ertrunkene Flüchtlinge 300 demonstrieren in Osnabrück gegen Flüchtlingspolitik

Von Ulrike Schmidt


Osnabrück. Knapp 300 Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen haben am Donnerstagnachmittag friedlich in Osnabrück für eine andere Flüchtlingspolitik in Europa demonstriert. Veranstalter waren die Organisation „No Lager“ und das Bündnis gegen Abschiebung.

Ein Jahr nach dem Tod von 400 Flüchtlingen im Mittelmeer gedachten die Demonstranten nicht nur dieser Opfer, sondern all jener Toten, die es nicht nach Europa geschafft haben, „Opfer einer ignoranten und zynischen Politik“, wie es vor dem Start der Demonstration am Hauptbahnhof hieß.

Der Zug führte über die Dammstraße vor das Flüchtlingshaus An der Petersburg, weiter vor das Verwaltungsgericht und das Stadthaus bis zum Rathaus. An allen Zwischenstationen gab es kurze Kundgebungen , auf denen auch einige der in Osnabrück lebenden Flüchtlinge sprachen. Sie dankten allen Osnabrückern und vor allem der Flüchtlingsinitiative im Rosenplatzquartier , die die Neubürger aus vielen Teilen der Welt herzlich und gastfreundlich aufgenommen hätten.

Die Demonstranten erinnerten daran, dass es in den vergangenen Monaten in Osnabrück viel Solidarität mit den Geflüchteten gegeben habe. 13 Abschiebungen seien durch einen breiten, friedlichen Protest und Türblockaden verhindert worden. Das Bündnis gegen Abschiebung werde sich weiter für die hier lebenden Flüchtlinge einsetzen. Für die ko mmende Woche seien schon weitere Abschiebungen angekündigt.

Die Demonstranten kritisierten vor allem das sogenannte Dublin-Abkommen , nach dem Geflüchtete in das von den Behörden als sicher eingestufte Ersteinreiseland innerhalb der EU zurückgeschickte werden sollen. Die Bedingungen in vielen dieser Länder seien aber menschenunwürdig. Das Dublin-Abkommen führe einzig und allein dazu, „dass sich Deutschland der politischen Verantwortung für die geflüchteten Menschen auf billige Weise entledigen kann“.


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