„Mit Alter Musik aufgewachsen“ Musica Viva: Harfenistin Arianna Savall in Kloster Oesede

Gemeinsam bei Musica Viva: Arianna Savall mit Petter Udland Johansen. Foto: PRGemeinsam bei Musica Viva: Arianna Savall mit Petter Udland Johansen. Foto: PR

GMHütte. Arianna Savall ist am Mittwoch, 1. Oktober, zu Gast beim Festival Musica Viva. Vor dem Konzert erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung von ihrem Programm und der schwierigen Lage der Musiker in Spanien.

Man hat Arianna Savall als spanische Musikerin abgespeichert, doch geboren und aufgewachsen ist die Sängerin und Harfenistin, die bei Musica Viva auftritt, in Basel, wo sie seit ihrem Studium auch wieder lebt „Ein bisschen Schweizerin und Katalanin bin ich“, verrät sie im Telefongespräch.

Ihre Eltern, die Musiker Montserrat Figueras und Jordi Savall, hätten schon fast 20 Jahre in der Schweiz gelebt. „Nach dem Bürgerkrieg und der Franco-Diktatur war es in Spanien schwierig, allgemein Kunst zu machen. Und es gibt im Süden keine so starke Tradition, ins Konzert zu gehen. Gerade in der heutigen Krise überlegen sich die Menschen schon, ob sie ein Ticket kaufen sollen, obwohl es inzwischen eine Liebe für die Alte Musik auch in Spanien gibt. Spanische Musiker sind daher viel im Ausland unterwegs, ich mache auch kaum etwas in Katalonien oder Spanien.“

Vielleicht liegt das auch daran, dass die musikalische Tradition in Spanien unterbrochen wurde: Ab dem 18. Jahrhundert habe dort keine große musikalische Produktion stattgefunden, während sie anderswo erst richtig aufgeblüht sei.

Die Beschäftigung mit der Alten Musik lag daher nahe: „Ich bin mit Alter Musik aufgewachsen, obwohl meine Eltern auch andere Musik hören. Ich habe mit zehn Jahren angefangen mit der Harfe und hatte dann in Barcelona eine ganz tolle Lehrerin. Mit 18 habe ich Gesang dazugenommen.“

Beides war zunächst gar nicht auf die Alte Musik bezogen, sondern eine normale klassische Ausbildung. „So mit 20 habe ich dann Andrew Lawrence-King gehört, der meine Eltern in einem Konzert begleitet hat, und ich war total fasziniert von dieser historischen Harfe. Er hat die Tripelharfe und die Mittelalterharfe gespielt, und da war für mich klar, dass ich auch diese Harfe lernen wollte.“ Heute tritt Arianna Savall gemeinsam mit Petter Udland Johansen und ihrem gemeinsamen Ensemble Hirundo Maris auf.

Was hat es mit dem Namen auf sich? „Das ist eine Idee von Petter. Wir haben uns im Studium kennengelernt und haben dort gemerkt, dass es eine starke Verbindung zwischen norwegischen und katalanischen Volksliedern gibt, die beide sehr alte Wurzeln haben. Oft sind sie mit Themen wie dem Meer und dem Reisen verbunden. Und Hirundo Maris ist die lateinischen Bezeichnung für die Seeschwalbe, die den Sommer in Norwegen verbringt und im Winter nach Katalonien fliegt.“

Auf Wunsch von Herbert Vieth spielen die Musiker heute eine Mischung aus verschiedenen Projekten. „Das Programm heute geht in die Richtung Early Fusion, eine Mischung von Alt und Neu. Wir spielen historische Instrumente, aber es gibt Stücke, die in eine modernere Richtung gehen, weil sie von uns mit modernerem Pinselstrich bearbeitet wurden.“

Georgsmarienhütte: Das Konzert beginnt um 20 Uhr in der Klosterkirche Kloster Oesede.