Änderungen zum Wintersemester Osnabrücks Studenten haben mehr vom Semesterticket

Von Sebastian Stricker

Der Metronom bringt Osnabrücker Studenten ab dem Wintersemester 2014/15 bis nach Hamburg. Foto: dpaDer Metronom bringt Osnabrücker Studenten ab dem Wintersemester 2014/15 bis nach Hamburg. Foto: dpa

Osnabrück. Der Metronom macht’s möglich: Das neue Semesterticket erlaubt ab 1. Oktober allen Osnabrücker Studenten Zugfahrten bis nach Hamburg. Auch Göttingen mit der größten Universität Niedersachsens ist nun eine Stunde schneller erreichbar. Ziel der Studierenden bleibt jedoch ein Semesterticket, das im gesamten Schienennetz des Landes gilt. Schon in einem Jahr könnte es kommen.

Die Aufnahme der Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom ist nur eine von vielen Änderungen, die zum Start des Wintersemesters 2014/15 greifen und mindestens zwölf Monate gültig bleiben.

Neu ist zum Beispiel auch die Buslinie 22 zwischen Hauptbahnhof Osnabrück und Campus Westerberg/Innovationscentrum Osnabrück. Gemeinsam mit der 21 gewährleistet sie eine City-Verbindung im Zehn-Minuten-Takt. Im Test befindet sich zudem ein morgendlicher Shuttlebus (E22) vom Altstadtbahnhof/Hasetor zum Wissenschaftspark. Besondere Dreingabe für alle Inhaber eines Semestertickets: Wochenends und feiertags reist in Bussen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) eine Begleitperson kostenlos mit.

Knapp 170 Euro teuer

So viel Mehrwert hat allerdings seinen Preis. 169,90 Euro kostet das Semesterticket für Studenten der Universität Osnabrück. Im Sommer waren es noch 135,53 Euro. Rückblende: Beim Start im Oktober 1995 wurden nur 25 DM fällig – umgerechnet 12,79 Euro. Allerdings beinhaltete das Semesterticket damals lediglich Busfahrten in der Preisstufe 0 (Osnabrück/Belm). Wer heute an der Hochschule Osnabrück eingeschrieben ist, zahlt für den in die Campuscard integrierten Fahrschein halbjährlich 166,56 Euro. Das sind 8,12 Euro mehr als zuletzt. Studenten am Hochschul-Campus Lingen werden mit 153,31 Euro zur Kasse gebeten.

Grund für die unterschiedlichen Tarife an beiden Hochschulen sind geringfügig abweichende Geltungsbereiche. Die Liniennetze wurden dabei den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. So hat die Universität beispielsweise beim Vertragspartner Nordwestbahn eine Zugverbindung nach Hildesheim eingekauft (Weserbahn/Lammetalbahn). Dafür leistet sich die Hochschule etwa eine DB-Regio-Strecke von Münster über Rheine und Lingen bis Emden (Emsland-Express, RE 15 ). In Osnabrück sind für Lingener Studenten nur die Buslinien 21 und 22 frei.

Austausch gewährleistet

Die Allgemeinen Studierendenausschüsse (Asta) beider Einrichtungen zeigen sich zufrieden mit den Neuerungen. „Das aktuelle Semesterticket erfüllt seinen Zweck, indem es den Austausch zwischen den Universitätsstädten verbessert und den Besuch weit entfernter Labore, Bibliotheken und Archive erleichtert“, sagt Pascal Raynaud vom Verkehrsreferat des Uni-Asta. Doch auch die Ausweitung des Mobilitätsangebots vor Ort sei ein Erfolg. „Die Mitfahrregelung ist sehr interessant für Studierende, die in Osnabrück wohnen und in der Freizeit den Landkreis erkunden wollen.“ Das Beste: Die Vereinbarung mit den Stadtwerken Osnabrück (SWO) gelte für zwei Jahre. Das sorge für Preisstabilität, erklärt Raynaud.

Denn schon jetzt macht der SWO-Busanteil mit knapp 50 Euro fast ein Drittel der Gesamtkosten des Uni-Semestertickets aus. Ungefähr dieselbe Summe entfällt auf die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio, die seit 1998 an Bord ist. Um die 20 Euro gehen jeweils an Nordwestbahn (Partner seit 2004), Westfalenbahn (2007) und Metronom (2014). Den Rest kassiert die Eisenbahngesellschaft Erixx, die seit 2012 das von ihr bediente Heidekreuz für die Osnabrücker Uni-Studenten öffnet.

Bald überall freie Fahrt?

Damit wird trotz aller Errungenschaften ein Problem ersichtlich, das die Hochschulen in Sachen Semesterticket plagt: Je mehr Verkehrsbetriebe beteiligt sind, desto komplizierter gestalten sich die Verhandlungen. Außerdem ist das System anfällig für saftige und teilweise schwer nachvollziehbare Preiserhöhungen, verursacht etwa durch Betreiberwechsel auf einzelnen Strecken . Uni-Verkehrsreferent Raynaud fordert deshalb ein „niedersachsenweites Schienen-Semesterticket“ – also einen Vertrag für alle Verkehrsbetriebe.

Als Mandatsträger beider Osnabrücker Hochschulen entwickelt er gerade ein entsprechendes Konzept, an dem auch die Allgemeinen Studierendenausschüsse der Universitäten in Hannover, Braunschweig und Göttingen mitwirken sowie die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Im November soll es ein erstes Treffen geben und schon im nächsten Jahr ein handfestes Ergebnis. Raynaud: „Wir wünschen uns einen Testlauf zum Wintersemester 2015/16.“


Die Flotte der Eisenbahngesellschaft Metronom (Uelzen) besteht aus Elektro-Lokomotiven, Diesel-Lokomotiven und einer Vielzahl von luftgefederten und klimatisierten Doppelstockwagen. Der Metronom erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Je nach Zuglänge bietet er zwischen 570 und 810 Sitzplätze, davon jeweils bis zu 70 in der 1. Klasse. Das Semesterticket von Universität und Hochschule Osnabrück erlaubt allerdings nur Metronom-Fahrten in der 2. Klasse.

Weitere Informationen zum Semesterticket und seinem Geltungsbereich haben die Allgemeinen Studierendenausschüsse von Universität und Hochschule Osnabrück auf ihren Internetseiten zusammengefasst.

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